Eltern werfen Schulamt schlechte Planung vor

Dahlem. Mit öffentlichen Protesten haben Eltern der Schulen am Hüttenweg Rede- und Antragsrecht in der BVV erstritten. Sie wollen verhindern, dass Kinder dort ohne mehr Schulraum eingeschult werden.

Die sogenannten "Regelklassen" könnten notwendig werden, wenn in Kürze auf der früheren Truman Plaza die 1200 Wohneinheiten fertig würden und dort auch Familien mit Kinder einzögen. Dafür brauchen die Quentin-Blake-Europaschule (QBES) und die Biesalski-Schule nach Ansicht der Schulleitungen mehr Räume. Es seien Einwohner ohne ausreichende Schulplätze hergelockt worden. Der Bezirk habe es versäumt, rechtzeitig mit künftigen Schülerzahlen zu planen. Auch das Fehlen eines bezirklichen Schulentwicklungsplanes in Steglitz-Zehlendorf wird bemängelt. "Im Schulamt wissen sie nicht, was sie erwartet", sagte eine Betroffene.Bildungsstadträtin Cerstin Richter-Kotowski lässt die Kritik nicht gelten. Sie verweist darauf, dass der Investor des "Fünf Morgen Dahlem Urban Village" gezielt bei älteren Bürgern für das neue Wohnprojekt geworben habe und es noch keine Zahlen über die erwarteten Schüler gebe. Mit solchen könne man erst im übernächsten Schuljahr 14/15 rechnen, so die CDU-Politikerin: "Beide Schulen am Hüttenweg sind bislang ohne Einschulungen und nehmen nicht nur Kinder aus Steglitz-Zehlendorf auf. Wir haben eine Pflicht, Kinder zu beschulen und müssen zunächst an diejenigen denken, die hier wohnen."

Nach Auffassung von führenden Lehrkräften beider Schulen gibt es indes keine Möglichkeit der "Schulverdichtung" - also mehr Kinder auf dem selben Raum unterzubringen. Statt "Verdichtung" sollte es mehr Gebäude geben, hört man.

Die QBES unterrichtet auf Deutsch und Englisch, während die Biesalski-Schule Schulkinder mit besonderem Förderbedarf besuchen. Direkt wollte aus der Schulleitung beider Schulen sich keine äußern. Beide Einrichtungen werden derzeit kommissarisch geleitet.

Wohl ist man stolz darauf, dass Elternvertreter einen Einwohnerantrag durchbrachten, mit dem sie in der BVV am Mittwoch, 19. Juni, ihr Anliegen begründen können. Dafür wurden BV-Vorsteher René Rögner-Francke (CDU) mehr als 3000 Unterschriften überreicht.

Aber die Angst vor möglichen Nachteilen bei allzu freimütiger Meinungsäußerung ist bei den Beschäftigten spürbar. Die Formel der betroffenen Mütter, Kinder und Lehrer stand stattdessen auf dem Transparent der Rathaus-Besucher: "Mehr Kinder brauchen mehr Platz!"


Martinus Schmidt / mst
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