Ladenstraße am U-Bahnhof besteht seit 80 Jahren

Ladenstraße mit Gleisanschluss. (Foto: M. Schmidt)

Dahlem. Die Siedlung Onkel Toms Hütte besteht seit 80 Jahren. Zur Geburtstagsfeier am Sonnabend, 8. September, wollen Gewerbetreibende und Anwohner nicht nur zurückblicken.

"Onkel Tom tanzt" heißt das Fest, das am Sonnabend in der Ladenstraße den Geist der "Goldenen 20er" widerspiegeln soll. Im Eingangsbereich der U-Bahn an der Riemeisterstraße soll ab 10 Uhr Tango und Charleston präsentiert werden sowie Klassik, Swing und Kabarett der damaligen Epoche.Durch die Präsentation von Haushaltsgeräten, Mode, Kinderspielen und Spielzeug aus den 20er-Jahren sowie Rundfahrten im Oldtimer-Bus soll Besuchern ein Gefühl für die damalige Zeit gegeben werden.

Die Bruno-Taut-Galerie erzählt in einer Fotoausstellung entlang der U-Bahn die Geschichte der Ladenstraße, die 1932 von Bruno Taut errichtet wurde. Auch über die Zukunftspläne im Kiez soll nach Angaben der Veranstalter etwas zu erfahren sein.

Die Ladenstraße wurde 1932 im Auftrag des Bauunternehmers Alfred Sommerfeld errichtet. Auch den U-Bahnanschluss verdanken die Zehlendorfer Sommerfeld, der auf dem von ihm erworbenen Land eine Siedlung errichten wollte.

Für deren Attraktivität war die Anbindung an Berlin unverzichtbar. Sommerfeld stellte kostenlos das Gelände für die Verlängerung der Bahn bis Krumme Lanke bereit und übernahm die Baukosten. So wurden Berlin drei Kilometer U-Bahn geschenkt. Nach Fertigstellung der Siedlung wurde dieser Bahnhof um die heutige Ladenpassage und ein Kino ergänzt. Die Entwürfe für die Ladenstrasse stammen vom Schweizer Stararchitekten Otto Salvisberg.

Die unter Denkmalschutz stehende Waldsiedlung Onkel Toms Hütte ist bis heute ein beliebter Wohnort. Der innovative Geist der 20er-Jahre-Architektur lebe fort, so Heide Wohlers vom Veranstaltungsbüro. Mittlerweile renovierten Bewohner ihre Häuser im Sinne der Originalpläne. In einigen Wohnungen habe sogar die ursprüngliche Farbigkeit wieder Einzug gehalten: Das blaue Schlafzimmer und das rote Esszimmer sind heute wieder "in".

Das Wohngebiet "sehnt sich nach mehr kulturellem Leben, neuen Formen der Mobilität und Produkten aus regionaler Landwirtschaft", heißt es vonseiten der Initiative "Zukunftskiez Onkel Toms Hütte".


Martinus Schmidt / mst
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