Sekundarschule will sich nach dem Luftbrücken-Flieger benennen

Dahlem. Die frühere Alfred-Wegener-Schule in Dahlem will sich den Namen Gail-Halvorsen-Schule geben. Die Namensweihe der Lehranstalt, zu der auch die Beucke-Schule in Zehlendorf Mitte gehört, soll im kommenden Frühjahr stattfinden.

Die Schulkonferenz der 9. Integrierten Sekundarschule (ISS) entschied sich mit großer Mehrheit für den Namen des Rosinenbomber-Piloten. Das Schulgremium, das je vier Vertreter des Lehrerkollegiums, der Schüler und Eltern, sowie die Schulleiterin und ein Externer bilden, entschied sich laut Direktorin Edelgard Erhardt mit 38 Prozent für Halvorsen. Auf Platz zwei kam Marlene Dietrich mit 12 Prozent und schon großem Abstand. Auf dem nächsten Platz folgte die NS-Widerstandskämpferin Helene Jacobs. Vorgeschlagen waren auch andere berühmte Berliner - wie der Physiker Gustav Herz, der preußische Großkanzler Carl-Friedrich von Beyme oder die Schriftstellerin Ingeborg Drewitz. Den von der Schulkonferenz beschlossenen Namen muss jetzt nur noch das Schulamt, die BVV und die Senatsbildungsverwaltung bestätigen.

Der heute 92-jährige US-Amerikaner Gail Halvorsen war einer der Luftbrücken-Piloten, die West-Berlin in der Zeit der Blockade durch die UdSSR mit Lebenswichtigem versorgten. Bald begann der US-Flieger aus Utah, Schokolade an Fallschirme zu binden und sie vor der Landung in Tempelhof für Berliner Kinder aus dem Fenster der Pilotenkanzel zu werfen.

So wurden seine "Dakota"- und "Skymaster"-Maschinen "Rosinenbomber" und ihre Flugzeugführer bald Candy-Piloten genannt. Als Erkennungszeichen für die Kinder, dass Süßigkeiten abgeworfen würden, wackelte Halvorsen mit den Tragflächen, woraufhin sein Spitzname "Onkel Wackelflügel" entstand. Später war er von 1970 bis 74 Kommandant des Zentralflughafens Tempelhof.

Derzeit bemühen sich Eltern der 9. ISS um Sponsoren, um dem pensionierten Air Force-Obersten die Reise nach Deutschland zur Namensweihe zu ermöglichen. Halvorsen zeigte sich in einer E-Mail an den Elternvertreter Michael Notbohm über den Beschluss, eine Schule nach ihm zu benennen, "riesig erfreut". Der "Candy-Bomber" erinnerte an die "31 Amerikaner und 39 Briten, die ihr Leben während der Luftbrücke 1948 bis 1949 für die Deutschen, die ehemaligen Feinde, die zu Freunden wurden, gaben."


Martinus Schmidt / mst
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