Streunerkatzen sollen bald auch im Tierheim Auslauf bekommen

Falkenberg. Aufgegriffene Streunerkatzen gelten im Tierheim als kaum vermittelbar. Damit sie nicht jahrelang eingesperrt werden, sollen einige zu Freigängern werden.

"Frei lebende Katzen sind ganz schwer zu resozialisieren", weiß Ines Krüger, Vorsitzende des Tierschutzvereins. "Doch manchmal gelingt es den Pflegern, das Herz so einer Katze doch zu gewinnen." Oft werden die wenig anschmiegsamen und menschenscheuen Katzen zu sogenannten Langsitzern im Tierheim. Aktuell sind im Tierheim etwa 740 Katzen. Noch im Sommer waren es über 800. Es gibt drei Katzenhäuser, ein Seniorenhaus für die älteren Tiere und ein Freigehege für frei lebende Katzen. "Im Freigehege leben derzeit 68 Tiere", erklärt Krüger. Im Gegensatz zu den drei Katzenhäusern oder dem Seniorenhaus ist es nicht für Besucher zugänglich. Hier sitzen die nicht an Menschen gewöhnten Streunerkatzen, die weder vermittelt noch in ihr gewohntes Umfeld entlassen werden können.Rund 500 Streunerkatzen gehen den Tierschützern jährlich ins Netz. Gefangen werden sie an vielen Orten in Berlin, den sogenannte Futterstellen, die von Ehrenamtlichen des Tierheims betreut werden. Die Streuner werden im Tierheim mit Hilfe von Spenden kastriert und geimpft. "Nach der Behandlung werden sie in der Regel dort ausgesetzt, wo sie aufgegriffen wurden", erklärt Ines Krüger. "Doch manchmal ist ein Aussetzen eben nicht mehr möglich. Dann bleiben die Tiere hier."

Doch auch das Freigehege sei nicht die optimale Haltung für die freiheitsliebenden Tiere, weiß Krüger. "Das Einsitzen ist für die Streuner eine Qual." Deshalb sollen wenige Tiere bald Freigang erhalten. "Der Freigang wird im begrenzten und komplett umzäunten Gebiet stattfinden", sagt Krüger.

Zuletzt äußerte Umweltstadtrat Wilfried Nünthel (CDU) auf einer Einwohnerversammlung am 17. Oktober in Hohenschönhausen die Sorge, die Freigänger könnten das Tierheim-Gelände verlassen. Es gebe keinen Anlass zur Sorge, erklärt Ines Krüger. "Die Zäune sind über drei Meter hoch. Zudem haben wir vom Bezirksamt die Auflage erhalten, die Wände mit nach innen gerichteten Schrägen abzusichern." So würde die Flucht verhindert.


Karolina Wrobel / KW
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