Carl-von-Linné-Schule ist fertig saniert

Kerstin Kast-Rützel, Kerstin Beurich und Andreas Prüfer (von links) bei der symbolischen Schlüsselübergabe im Schwimmbad der Schule. (Foto: Wrobel)

Fennpfuhl. Eine ganze Schülergeneration hat die Sanierung des Schulgebäudes während des laufenden Betriebs mitgetragen. Am 29. August feierte die generalsanierte Carl-von-Linné-Schule für Körperbehinderte nach mehr als zehn Jahren das Ende der Bauarbeiten.

Noch unter dem Schulleiter Peter Friedsam begann die Sanierung der Carl-von-Linné-Schule in der Paul-Junius-Straße 15. Den Abschluss der Arbeiten läutete nun die neue Schulleiterin Kerstin Kast-Rützel ein. Beide haben die über zehn Jahre lang dauernde Generalsanierung von Europas größter Schule für körperbehinderte Kinder begleitet. Am 29. August wurde die Schule erneut eingeweiht, ursprünglich gegründet wurde sie 1977. Das Gebäude entwarf der in der DDR bekannte Architekt Wolf-Rüdiger Eisentraut. Doch nicht erst seit den 1990er Jahren verfiel der verschachtelte Gebäudekomplex und war modernen Ansprüchen immer weniger gerecht geworden.

"Jetzt ist alles an dieser Schule wirklich neu", freute sich Kerstin Kast-Rützel. "Rund 23 Millionen Euro haben wir als Schulträger seit den 1990er Jahren in den Schulstandort investiert", hielt Schulstadträtin Kerstin Beurich (SPD) fest. "Über zehn Jahre konnte ich die Sanierung dieses Hauses begleiten", sagte auch der für Hochbau zuständige Stadtrat Andreas Prüfer (Die Linke).

Ziel war es, beste Bedingungen für besondere Kinder zu schaffen, so Prüfer. Etwa 450 Schüler lernen hier, viele von ihnen sind schwer körperlich beeinträchtigt. spastische Lähmungen, ADHS oder auch Epilepsie gehören zu den Krankheitsbildern.

Das Engagement der Lehrer und Erzieher, wie auch medizinische Unterstützung und Förderung im Sportbereich sorgen dafür, dass die Stärken der Schüler im Vordergrund stehen. So holten Schüler in diesem Jahr die Silbermedaille im Bundesfinale "Jugend trainiert für Paralympics" im Tischtennis. Im Januar 2013 wurde ein Kooperationsvertrag mit Alba Berlin geschlossen. Der Alba-Jugendtrainer David Bittner veranstaltet seitdem unter anderen Projektwochen im Rollstuhlbasketball - und Freikarten gibt es ebenfalls regelmäßig.

Der Deutsche Behindertensportverband unterstützt die Schule, wenn es um den Schwimmsport geht. Bereits zum fünften Mal fand in diesem Jahr dann auch der von der Schule veranstaltete Carl-von-Linné-Cup statt, der mittlerweile Schwimmklassen aus dem ganzen Bundesgebiet anzieht. Der Cup ist gleichzeitig auch der Landesausscheid für "Jugend trainiert für Paralympics". Die Carl-von-Linné-Schule hat die Hürde zum Bundesfinale auch in diesem Jahr erklommen. Ende September schwimmen die Schüler um die Wette. Es verwundert also nicht, dass Paralympioniken zu den regelmäßigen Gästen der Schule zählen: Die mehrmalige Paralympics-Siegerin und Schwimmweltmeisterin Kirsten Bruhn gehört dazu, ebenso der Olympiateilnehmer in London, Benjamin Starke.

Zu den Highlights des neuen Gebäudekomplexes zählen deshalb nicht nur die neu gemachten grünen Außenanlagen. Eine Kostprobe ihres Könnens zeigten die Schüler in der sanierten Turnhalle beim Rollstuhlbasketball gegen die Profi-Spieler von Alba Berlin. Und auch die frisch sanierte Schwimmhalle konnten die Besucher begutachten.

Doch nicht nur der Sport, sondern auch die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und weltweiten Problemen steht im Focus der Carl-von-Linné-Schule. Davon zeugen viele Auszeichnungen. So wurde in diese das Konzept des "Globalen Lernens" als offizielles Unesco-Dekade-Projekt anerkannt. Die Schule wurde zudem als "Faire Schule" vom Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationszentrum e.V. ausgezeichnet.


Karolina Wrobel / KW
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