Bezirksamt zieht Aussage zu Schulturnhalle zurück

Eine Holzkonstruktion stützt das Dach am Eingang der Schule auf der Hofseite. (Foto: privat)

Karlshorst. Die Elternvertretung der Grundschule Karlshorst will den Zustand des Gebäudes geklärt wissen. Ein Brief von Schulstadträtin Kerstin Beurich (SPD) hat ihre Sorgen angefacht - jetzt ist aber alles zurückgenommen.

Im von Beurich unterzeichneten Brief an Schulleitung und Eltern hieß es im August zur Sanierung der Turnhalle der Grundschule: "Im Sinne der Vermeidung einer möglichen Katastrophe durch einen nicht auszuschließenden Einsturz der Sporthalle" sei eine Sperrung erforderlich. Die Eltern reagierten besorgt, denn auch im Schulgebäude an der Lisztstraße 6 selbst machen sie viele Mängel aus. Darunter ist ein maroder Eingang an der Hofseite, der durch eine Holzkonstruktion gestützt wird. Ferner gibt es defekte Heizungen und Fenster sowie nach Kloake stinkende und nicht ausreichende Toiletten. Eine Sanierung wird es laut Bezirksamt aber vorerst nicht geben, obwohl das Gebäude aus dem selben Jahr stammt, wie die marode Turnhalle.

Jetzt rudert das Bezirksamt zurück: Eine Einsturzgefahr der Turnhalle gab es nie, hieß es auf der Sitzung der Bezirksverordneten am 25. Oktober. Der Brief sei von einem Mitarbeiter aufgesetzt worden. "Der ist aber kein Fachmann", erklärte Schulstadträtin Beurich. Die energetische Sanierung der Turnhalle ist aktuell fast abgeschlossen. Problem erledigt?

Das Schulgebäude bleibt erst mal unsaniert. Verunsichert wegen der dortigen Mängel forderten die Eltern vom Bezirksamt, diese zu begutachten.

"Ein Gesamtgutachten ist nicht notwendig", so auf der BVV-Sitzung der für Immobilien zuständige Stadtrat Andreas Prüfer (Die Linke). Zusammen mit der bezirklichen Serviceeinheit Facility Management, dem Schulamt und der Schulleiterin habe man allerdings Mitte Oktober eine Begehung durchgeführt. Die Elternvertretung wurde zu diesem Termin in den Herbstferien nicht eingeladen. Tatsächlich wurden bei der Begehung viele der angezeigten Mängel bestätigt. Dazu gehört das korrodierte und sich zersetzende Vordach des Schuleingangs auf der Hofseite.

"Eine akute Gefährdung der Standsicherheit besteht nicht", heißt es in dem Bauzustandsbericht des Bezirksamts. Doch fräße sich die Korrosion weiter durch den Stahlbeton, könnte es "kurzfristig zu einer Gefährdung kommen". Hans-Ulrich Lehmann, stellvertretender Chef des Facility Managements, versichert: "Alle vier Wochen wird dieses Dach, das durch eine zusätzliche Holzkonstruktion gestützt wird, von einem Statiker begutachtet."

"Die Standsicherheit der Schule ist nicht gefährdet", informierte Stadtrat Prüfer in der BVV. Viele weitere Mängel sind dem Bezirksamt aber bekannt. "In Zukunft muss das Gebäude energetisch saniert, die Einfachfenster ausgetauscht, das Dach gemacht werden", so Prüfer. Die Sanierung sei für die Investitionsplanung 2014 und 2015 vorgesehen. Laut aktuellem Stand müssten 2,5 Millionen Euro aufgebracht werden.


Karolina Wrobel / KW
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