Karower Schlaglochpisten sollen nach verdienstvollen Frauen benannt werden

Karow. Die Straßen eines ganzen Viertels in Karow sollen ausschließlich nach Frauen benannt werden. Aber ist das wirklich eine Ehrung für die betreffenden Frauen?

Beauftragt von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), hatte das Bezirksamt elf Straßen mit Nummern für die Benennung nach Frauen vorgeschlagen. Diese Straßen befinden sich südöstlich der Blankenburger Chaussee. "Eine Benennung von Straßen mit Namen verdienter Persönlichkeiten soll eine Ehrung dieser Personen sein", sagt die Karowerin Dagmar Marquard. "Die vorgesehenen Straßen sind jedoch in einem so schlechten Zustand, dass Namen wie Schlagloch-, Buckel- oder Schlammpiste besser passen würden. Manche Straßen besitzen noch nicht einmal einen Gehweg."

Deshalb wandte sich die Anwohnerin in der vergangenen Einwohnerfragestunde an die BVV und das Bezirksamt. Sie wollte wissen, warum gerade diese Straßen statt Nummern Frauennamen erhalten sollen und ob denn neben der Umbenennung auch noch Bauarbeiten vorgesehen seien. Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) stellte klar, dass dem Bezirksamt der Straßenzustand bekannt sei. Benennungen von Straßen erfolgen allerdings unabhängig von deren Zustand. Als die Nummernstraßen angelegt wurden, erhielten sie mangels geeigneter Namen zunächst als Provisorium Nummern. Dieses Provisorium hält seit Jahrzehnten an. Doch inzwischen hat der Senat die Bezirksämter aufgefordert, die Zahl der Nummernstraßen zu verringern.

Im konkreten Fall kam hinzu, dass es einen BVV-Beschluss gab. Das Bezirksamt wurde beauftragt, ein großes Quartier vorzuschlagen, in dem Nummernstraßen nach Frauen benannt werden sollen. In Abstimmung mit dem Frauenbeirat wurde schließlich das Karower Quartier ausgewählt. Dafür werden zurzeit die Vorschläge erarbeitet.

Laut Kirchner werde das Bezirksamt im Rahmen seiner Möglichkeiten dafür sorgen, dass die Straßen im "Karower Frauenviertel" verkehrssicher bleiben und dass sie bei Bedarf auch repariert werden. Es sei zwar wünschenswert, dass die Straßen im Zuge einer Umbenennung gleich erneuert werden, aber dafür fehlen derzeit die finanziellen Mittel.


Bernd Wähner / BW
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