Investor will Wohnanlage für Demenzkranke bauen

Das Wernerbad ist von Gestrüpp überwuchert. Der Verkauf des Geländes ist noch nicht abgeschlossen. (Foto: hari)

Kaulsdorf. Die Grünen wollen eine völlig neue Planung zum Wernerbad. Sie kritisieren, dass das Bezirksamt einem potenziellen Investor zu weit entgegenkomme.

Das Wernerbad könnte zu einer Belastung für die Zählgemeinschaft aus SPD, CDU und B’90/Grüne werden. Stein des Anstoßes ist jetzt der vom Stadtplanungsamt vorgelegte Bebauungsplan für das Gelände zwischen Koch-, Haeckel-, Werner-und Ridbacher Straße. Er lässt die Umwandlung des Wernerbades in eine Wohnanlage zu. Dabei werden weitere Einschnitte, wie Baumfällungen in Kauf genommen.Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte dagegen vor zwei Jahren einen Beschluss gefasst, den freien Zugang zum Wernerbad und die Umwandlung der Grünflächen in einen kleinen Park zu sichern. Es sollte Möglichkeiten zur Naherholung wie Liegewiese, Trimm-Dich-Pfad und Spieleinrichtungen für Kinder geben.

Der Beschluss resultierte aus einer Bestandsaufnahme zum Wernerbad aus dem gleichen Jahr. Darin waren der Bezirk, die Bäderbetriebe und der Verein "Freunde des Wernerbades" zur Erkenntnis gelangt, dass sich das Bad nie wieder als Freibad betreiben lasse.

Diese Erkenntnis hatte aber die Bäderbetriebe ermutigt, mit einem Investor über den Verkauf des Geländes zu verhandeln. Dieser möchte im Wernerbad eine Wohnanlage für Demenzkranke bauen.

"Wir bezweifeln, dass der Verkauf des Geländes an einen privaten Investor notwendig ist", sagt Rosemarie Schneider-Holler vom Grünen-Kreisvorstand. Das öffentliche Interesse an einer Grünanlage sollte Vorrang haben. Das Bezirksamt sollte bei der Beschlussfassung der BVV bleiben und die eigene Zielstellung neu festsetzen.

"Wir können das Wernerbad in einem Bebauungsplan nicht als eine öffentliche Grünfläche festlegen", erwidert Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung. Dies sei nur möglich, wenn der Bezirk das Gelände selbst kaufe. Dazu habe er jedoch kein Geld. Zumindest sei aber im Gespräch mit dem Investor erreicht, dass die Öffentlichkeit freien Zugang zum Werner-See erhält. Eine schriftliche Zusage gäbe es auch, dass nur solche Bäume gefällt werden, die nicht mehr standsicher sind.


Harald Ritter / hari
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