Bahnchef stoppt "ebenerdigen Zug" persönlich

Lichtenrade. Rüdiger Grube, Chef der Deutschen Bahn, befürwortet plötzlich die Tunnellösung beim Ausbau der Dresdner-Bahn-Trasse durch Lichtenrade.

Die Bürgerinitiative Dresdner Bahn kämpft schon seit über 15 Jahren für einen kilometerlangen Tunnel vom Schichauweg bis zur Landesgrenze. Andernfalls würde Lichtenrade von viel befahrenen Fernzuggleisen und mehrere Meter hohen Lärmschutzwänden in zwei Teile zerschnitten.

Die Bahn wollte die Gleise bislang aus Kostengründen ebenerdig verlegen. Für Autos, Busse und Fußgänger war eine Unterführung vorgesehen. Die BI verlangt dagegen kategorisch die unterirdische Verlegung der Gleise. Das ist zwar einiges teurer, würde aber wahrscheinlich schneller gehen. Denn um die ebenerdige Variante umzusetzen, würden voraussichtlich noch Jahre ins Land gehen.

Die BI würde mit Sicherheit vor Gericht ziehen, wie Rainer Welz, Vizechef der Initiative, ausdrücklich betont. Aber dazu muss es nach dem aktuellen Stand der Dinge nicht kommen. Schließlich hat sich Bahnchef Grube bei einem Treffen von CDU-Bundestagsabgeordneten klar zur Tunnellösung bekannt und diese als "vernünftigste" Variante bezeichnet. "Na klar, weil die am ehesten durchsetzbar ist", meint der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak aus Lichtenrade. Er war bei dem Treffen dabei und sagt: "Das ist ein wirklicher Meilenstein, weil die Bahn sich bislang vehement für die ebenerdige Trassenführung eingesetzt hat. Damit sind nach fast 16 Jahren Diskussion alle Beteiligten für den Tunnel: Bahn, Bund und Berlin. Damit ist jetzt der Senat am Zug und muss den Bund und die Bahn an einen Tisch holen, damit die notwendigen Schritte beschlossen werden können. Der Tunnel ist jetzt in greifbarer Nähe."

Die spannende Frage lautet nun, in welcher Höhe sich Berlin an den Kosten beteiligen muss. Völlig unklar ist auch noch, wie lang der Tunnel überhaupt werden soll (es gibt da inzwischen zwei Varianten) und was das insgesamt kostet. Die unzähligen, immer wieder nach oben korrigierten Schätzungen der vergangenen Jahre dürften überholt sein. Es darf wohl von einem dreistelligen Millionenbetrag im mittleren bis oberen Bereich ausgegangen werden.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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