Bernd Udo Schwenzfeier liest beim Krimimarathon

In seiner aktiven Zeit hat Bernd Udo Schwenzfeier (71) so manches Phantom entlarvt und zur Strecke gebracht. (Foto: PM)

Lichtenrade. Vom 9. bis 11. November ist zum dritten Mal ein "Berliner Krimimarathon" mit 23 Tatorten in allen Bezirken angekündigt. Knapp 30 literarische Schreibtischtäter, angestiftet vom "Syndikat", drehen gemeinsam ein Ding und lesen an drei Tagen aus ihren Büchern.

Das Syndikat (Autorenverein deutschsprachiger Kriminalliteratur) lädt alle "Freunde des gepflegten Vergehens, der bewussten Widrigkeit und des gedanklichen Abmurksens ungeliebter Zeitgenossen mit literarisch Verwerflichem" ein, Zeuge zu sein. "Vom schwarzen Humor über die literarische Aufbereitung geschehener Verbrechen, vom spannenden Kinderkrimi, dem undurchschaubar rätselhaften oder dem kulinarisch verfeinerten Fall, bis hin zum (fast) nervenzerfetzenden Triller, wird für jeden Geschmack etwas geboten", so die Drahtzieher der Veranstaltung. Dafür sorgen namhafte Autoren wie beispielsweise Fernseh-Tatortkommissar Jochen Senf, der Soziologieprofessor und Krimischriftsteller Horst Bosetzky (ky) oder Bernd Udo Schwenzfeier, Erster Kriminalhauptkommissar im (Un-)Ruhestand aus Lichtenrade. Der Professor und der Polizist sind am 11. November unter der Überschrift "Hauptstadt des Verbrechens" in der Polizeihistorischen Sammlung im Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke mit von der Partie. Die Lesung beginnt 16 Uhr, der Eintritt ist frei.

"Ist mir eine große Ehre, diesen Coup mit ky landen zu dürfen", freut sich Schwenzfeier. Der berühmte Berliner "Bulle" (Jahrgang 1941) hatte alltäglich mit Mord, Raub, Totschlag und Terroranschlägen zu tun. Bis zu seiner Pensionierung 2001 war er mit Leib und Seele als Erster Kriminalhauptkommissar in verschiedenen Dienststellen der Berliner Polizei und im Landeskriminalamt (LKA) sowie beim polizeilichen Staatsschutz im Einsatz. In seiner besten Zeit war Schwenzfeier an der Lösung schwierigster Kriminalfälle beteiligt und brachte unter anderem Terroristen von der "Bewegung 2. Juni" zur Strecke. Als Dozent an der Polizeischule gab er seine Erfahrungen und sein Wissen in Kriminologie, Kriminalistik und Kriminaltechnik an den Nachwuchs weiter.

In den vergangenen zehn Jahren, nach dem Ende der Dienstzeit, hat Schwenzfeier sozusagen ein "verbrecherisches" Buch nach dem anderen geschrieben, darunter viele auf Grundlage authentischer Fälle. "Ich bin gewissermaßen ein Intensiv-Rückfalltäter mit kriminalistischer Berufung", gesteht er beim Verhör durch die Berliner Woche und fügt hinzu, dass sein nächstes Buch den Titel "Totengräber" trage und im Reportermilieu spielt.

Alle Informationen, Tatorte und Termine unter www.berliner-krimimarathon.de

Horst-Dieter Keitel / hdk
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