Standortkonferenzen sollen ein Leitbild entwickeln

Wenn die quer über die Bahnhofstraße fahrende S-Bahn kommt, wird eine Schranke heruntergelassen. Kommt die Dresdner Bahn, droht eine Schallschutzmauer. (Foto: PM)

Lichtenrade. Die Bürger am südlichen Stadtrand sind aufgefordert, in Fragebögen und künftig auch via Internet Wünsche und Beschwerden rund um die Bahnhofstraße zu äußern. Daraus sollen in den nächsten Wochen und Monaten mehrere Szenarien als Diskussionsstoff entwickelt werden.

Wie berichtet, werden Ideen und Visionen für die Zukunft und Attraktivitätssteigerung der Bahnhofstraße gesucht. Zu diesem Zweck hatte Tempelhof-Schönebergs Stadträtin für Stadtentwicklung, Sibyll Klotz (Bündnis 90/Grüne) kürzlich zur ersten von drei geplanten Standortkonferenz in das Gemeinschaftshaus Lichtenrade eingeladen, um gemeinsam mit interessierten Anwohnern, Gewerbetreibenden, Initiativen und Vereinen die Aussichten und Möglichkeiten der Einkaufsmeile Nummer 1 am südlichen Stadtrand zu diskutieren. Vor rund 180 Teilnehmern erläuterte die Stadträtin zunächst die aktuelle Lage und berichtete über die inzwischen offenbar begrabenen Pläne eines privaten Investors, der direkt am S-Bahnhof Lichtenrade und rund um die Alte Mälzerei ein riesiges Einkaufszentrum errichten wollte.

Dieser Plan (die Berliner Woche berichtete mehrfach) war wegen der möglichen Auswirkungen auf die Gewerbetreibenden vor Ort sowie auf die vorhersehbare Verkehrsbelastung der Bahnhofstraße auf breite Ablehnung gestoßen. Diese Problem scheint aber inzwischen aber wie von selbst gelöst: Unbestätigten Gerüchten zufolge soll der Investor die schon erworbenen Baugrundstücke wieder verkauft haben.

Einen weiteren, wenn nicht den zurzeit noch unkalkulierbaren Knackpunkt der gesamten Entwicklung überhaupt, bildet der weiter ungeklärte Ausbau der Dresdner Bahn. Die Bahn favorisiert eine ebenerdige Verlegung der Schienentrasse samt Unterführung der Bahnhofstraße, was gewissermaßen einer Teilung des Ortsteils durch vier bis sechs Meter hohe Schallschutzwände gleich käme. Die Betroffenen vor Ort verlangen dagegen nach wie vor eine Tunnellösung.

Dazu kann Stadträtin Klotz allerdings auch nur sagen, dass die rot-grüne Zählgemeinschaft im Rathaus Schöneberg dieses Verlangen zwar 100-prozentig unterstützt, aber leider nichts machen könne, da das allein der Bund entscheiden würde. Was zunächst also übrig bleibt, ist die Entwicklung eines Lichtenrader Leitbildes auf Basis der drei Standortkonferenzen, das der Tempelhof-Schöneberger Stadtentwicklungsbehörde als Grundlage für alle weiteren Entscheidungen und Baugenehmigungen dienen soll. Die zweite Standortkonferenz ist am 6. Dezember angekündigt.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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