Auftragsmord an der jungen Pferdewirtin Christin R. vor Gericht

Lübars. Der Prozess zum Mord an der Pferdewirtin Christin R. in der Nacht zum 21. Juni vergangenen Jahres wird seit dem 21. März vor dem Landgericht Berlin verhandelt. Angeklagt sind drei Männer und zwei Frauen.

Der Mord an der 21-Jährigen hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft musste Christin R. sterben, weil ihr Freund und dessen Mutter an das Geld aus ihren Lebensversicherungen kommen wollten. Vor der Tat auf dem Parkplatz vor dem Freibad Lübars soll es bereits zwei Mordversuche gegeben haben.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatten Christins Freund Robin H. und dessen Mutter Cornelia H. acht Lebensversicherungen in Höhe von insgesamt 2,5 Millionen Euro in Christins Namen abgeschlossen. Mit dem Mord wollten sie laut Staatsanwaltschaft zu Geld kommen, um die Schulden der Mutter zu tilgen und einen eigenen Reiterhof aufzubauen.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft lesen sich wie das Drehbuch eines reißerischen, aber wenig einfallsreichen Krimis. Am Ostermontag vergangenen Jahres ging Cornelia H. mit einem Messer auf Christin R. los. Der Anschlag scheiterte, die 21-Jährige wehrte sich, erlitt aber eine Stichwunde im Rücken. Der Polizei erklärte Cornelia H., sie sei verwirrt gewesen.

Die junge Pferdewirtin mied daraufhin den Kontakt. Robin und Cornelia H. sollen dann eine Bekannte, Tanja L., dazu bewogen haben, Christin R. bei einem vorgeblichen Pferdekauf vergifteten Sekt zu verabreichen. Das verwendete Gift wirkt jedoch nur intravenös, das Opfer hat davon vermutlich gar nichts mitbekommen.

Schließlich verabredete sich Tanja L. am 21. Juni mit Christin R. vor dem Freibad Lübars. Ein Bekannter des eingeweihten Bruders von Tanja L., Steven Mc A., sollte sie dort erwürgen. Doch Christin R. brachte zu dem Treffen eine Freundin mit, sodass der Mordplan nicht verwirklicht werden konnte. Doch Robin H. bestellte sie kurze Zeit später noch einmal dorthin. Die Anwesenheit von Tanja L. muss sie in Sicherheit gewogen haben. Doch Steven Mc A. war auch dieses Mal vor Ort. In einem günstigen Moment sprang er aus dem Gebüsch und erwürgte Christin R. Ein Urteil wird nicht vor August erwartet.
Christian Schindler / CS
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