Kleingartenkolonie sammelt 12.100 Unterschriften

Listen übergeben: Der Überschuss an Unterschriften macht Alban Becker Mut. Stadträtin Dagmar König bestätigt die Gültigkeit. (Foto: tsc)

Schmargendorf. Fast doppelt so viele Unterstützer wie gefordert: Die Kleingärtner legten eine derart lange Liste vor, dass man nicht zu Ende zählen brauchte. Nun lauten die Fragen: Kommt der Bürgerentscheid? Und wenn ja, wann?

Da brauchte Dagmar König nicht weiter zählen. Denn obwohl nur 7257 gültige Stimmen gefordert waren, nahm die CDU-Stadträtin Listen mit fast 5000 zusätzlichen Unterschriften entgegen. Diese Reserve sichert den Kleingärtnern der Kolonie Oeynhausen einen klaren Etappenerfolg auf dem Weg zum Ziel: die Bebauung ihrer 400 Parzellen zu verhindern.

Für das, was nun folgt, gibt es drei Möglichkeiten: Entweder schlägt sich die Mehrheit der Bezirksverordnetenversammlung auf die Seite der Kleingärtner und wendet die Bebauung mit einem Beschluss ab. Oder die Verordneten bringen gemeinsam mit den Gärtnern einen Kompromiss auf den Weg. Oder die Mehrheit der BVV sperrt sich gegen das Anliegen der Laubenpieper. Dann kommt es zum Bürgerentscheid.

"Das bedeutet einen organisatorischen Aufwand, personell und finanziell", sagte Dagmar König. Deshalb wünscht sie sich in diesem Fall einen Termin, der mit dem Tag der Europawahl am 25. Mai zusammenfällt. Bei einer Tagung des Bezirksamts am 28. Januar will sie Einzelheiten abstimmen, kann aber bereits Zustimmung für diesen Tag in Aussicht stellen. "Wir würden es begrüßen. Es ist zu vermuten, dass sich viele Bürger beteiligen würden. Das soll auch so sein", sagte sie mit Blick auf direkte Demokratie. Wahlberechtigt wären alle Bewohner des Bezirks, von denen mindestens 24.190 an die Urne kommen müssen. Wenn mehr als die Hälfte von ihnen im Sinne der Kleingärtner abstimmt, bleibt die Kolonie erhalten.

Mit Optimismus blickt Alban Becker, der Vorsitzende des Kleingärtnervereins, den Entwicklungen entgegen und sieht Raum für weiteren Stimmenfang. Denn die Kampagne habe man bisher nicht auf Charlottenburg ausgedehnt. Als unfair empfindet er es, dass 30 bis 40 Prozent seiner Gärtnerfreunde nicht rechtskräftig unterschreiben durften, weil sie in anderen Bezirken wohnen. 60 Bewerbungen für Parzellen hat Alban vorliegen: "Wir verzeichnen Interesse von jungen Familien. Diese Leute vertrauen auf den Entscheid."


Thomas Schubert / tsc
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