Rauchfangswerder: Landeplatz für Hubschrauber fehlt

Am Schmöckwitzer Damm soll eine Landemöglichkeit für Rettungshubschrauber eingerichtet werden. (Foto: Ralf Drescher)

Schmöckwitz. Wenn in der Siedlung Rauchfangswerder ärztliche Hilfe nötig wird, hat der Notarzt einen weiten Weg. Mindestens 25 Minuten dauert die Anfahrt von den Krankenhäusern Köpenick oder Königs Wusterhausen. Und für Rettungshubschrauber gibt es eigentlich keine Landemöglichkeit.

Am 3. Januar gegen Mittag. Der Hubschrauber der Deutschen Rettungsflugwacht kreist über Rauchfangswerder. Am Boden kümmern sich Rettungssanitäter um einen Rentner, der bei einer Wildschweinattacke verletzt und mit Herzinfarkt zusammen gebrochen war.

"Nach zehn Minuten landete der Hubschrauber auf einer sumpfigen Wiese am Moskopfring, die eigentlich als Landefläche ungeeignet ist", berichtet Christian Rößler von der Freiwilligen Feuerwehr Rauchfangswerder.

Ob bei einer sofortigen Landung des Notarztes das Leben des Rentners hätte gerettet werden können, bleibt Spekulation. Fakt ist aber, dass es im gesamten Rauchfangswerder keine geeignete Landefläche für Rettungshubschrauber gibt. Bei einer Landung im Juni 2013 auf einem Privatgrundstück am Schmöckwitzer Damm wurden Bootsplanen zerstört und Bänke vom Luftstrom des Rotors umgeworfen. Auch der Eigentümer dieses Grundstücks fordert eine ausgewiesene Landemöglichkeit.

"Wir waren bereits mit ADAC-Piloten vor Ort und haben verschiedene Flächen in Augenschein genommen", sagt der Leiter der Berufsfeuerwehr Köpenick, Brandamtsrat Jörg Nugel. Nach seinen Angaben soll am geplanten Erweiterungsbau für die Freiwillige Feuerwehr eine Landemöglichkeit entstehen. Dafür wurden die Pläne für eine neue Wagenhalle bereits geändert und das Bauwerk mehr in Richtung Wald gerückt. "Vor der Wagenhalle könnte der Hubschrauber dann auf der Rangierfläche der Feuerwehrfahrzeuge landen", meint Nugel.

Das favorisiert auch die Freiwillige Feuerwehr in Rauchfangswerder. Die verfügt über einen Opel Corsa als sogenanntes Ersthelferfahrzeug - First Responder. "Mit ihren Chipkarten könnten Notarzt und Rettungssanitäter die Schlüssel für das Auto entnehmen und mit dem Fahrzeug zum Einsatzort fahren. Die Notfalladresse wird automatisch in das Navigationssystem übertragen", berichtet Christian Rößler von der Freiwilligen Feuerwehr.

Eine Landemöglichkeit an der Buswendeschleife, wie von einigen Anwohnern vorgeschlagen, hält man bei der Feuerwehr nicht für sinnvoll. "Die Wendeschleife ist in der Badesaison oft zugeparkt, vor den Toren der Feuerwache haben die Besucher dagegen meist doch Respekt", meint Brandamtsrat Nugel.

Die Baugenehmigung für die Erweiterung der Feuerwache Rauchfangswerder steht noch aus. Es soll aber versucht werden, die geplante Landemöglichkeit vorzuziehen und noch in diesem Jahr zu realisieren.


Ralf Drescher / RD
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