86-Jährige lebt seit Wochen ohne Lift in der achten Etage

Staaken. Wie andere ältere Bewohner des zehnstöckigen Hauses am Brunsbütteler Damm 223 c fühlt sich Helga E. (86) seit Anfang Februar in ihrer Wohnung in der 8. Etage nahezu eingesperrt. Da der Aufzug seit nunmehr sechs Wochen defekt ist, kann sie diese nicht mehr verlassen.

Wie andere Mieter ist auch die Seniorin Opfer rechtlicher Auseinandersetzungen zwischen der Hausverwaltungsgesellschaft "R & W Immobilienanlagen" und der Aufzugsfirma Schindler geworden. Und die sind langwierig. "Vor Anfang April werden die Arbeiten zur Reparatur des Aufzugs nicht beginnen", sagt Michael Kranz, Handlungsbevollmächtigter von "R & W". Die Verwaltung hat im vergangenen Jahr mit der Firma Schindler einen Vollwartungsvertrag für die Aufzüge in der von ihr verwalteten Wohnanlage am Brunsbütteler Damm abgeschlossen. Diese Aufzüge wurden dort 1968 eingebaut. "Als Anfang Februar der Lift im Haus Brunsbütteler Damm 223 c ausfiel, teilte uns die Fahrstuhlfirma mit, dass der wegen fehlender Ersatzteile nicht repariert werden kann", sagt Kranz. Da eine Wartung daher nicht möglich sei, habe Schindler stattdessen eine 35 000 Euro teure Modernisierung vorgeschlagen.

"R & W" berief sich auf den bestehenden Wartungsvertrag und verhandelte mit der Firma Schindler, um eine tragbare Teilung der Kosten zu erreichen. "Weil man uns kein akzeptables Angebot unterbreitete, haben wir nach entsprechender Frist am 8. März eine andere Aufzugsfirma mit der Reparatur beauftragt", berichtet Kranz. Weil diese Firma nun auf die Lieferung notwendiger Teile warten müsse, könnten die Arbeiten jedoch frühestens Anfang April beginnen. "Wir bedauern diese Verzögerungen, die wegen der rechtlichen Lage entstanden sind", sagt Kranz. Die Mieter werde man jetzt darüber informieren.

Für die 86-jährige Helga E. ist das ein schwacher Trost. "Weil ich am 12. März einen bereits lange vereinbarten Arzttermin wahrnehmen musste, habe ich das Haus verlassen", sagt sie. Es habe eine elend lange Zeit gedauert, bis sie zu Fuß die acht Stockwerke zurück in ihre Wohnung bewältigt habe. Bis der Fahrstuhl wieder funktioniere, werde sie sicher die Wohnung nicht mehr verlassen. "Zum Glück habe ich eine Tochter, die einmal pro Woche aus dem Märkischen Viertel zu ihr käme und sie mit dem Notwendigsten versorge. Und die Post bringe ihr ein Nachbar mit nach oben.


Michael Uhde / Ud
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