Einstiges Klinikgelände soll Wohngebiet werden

Staaken. Die Alternative Liste Spandau - B’90/Grüne (GAL) sorgt sich um den Schutz denkmalwürdiger Gebäude. Das machte die Fraktion bei der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 29. Januar klar.

Aus diesem Grund hatte die Partei die Vorlage über die Aufstellung des Bebauungsplans 5-91 für das Gelände des ehemaligen Krankenhauses Staaken zur Besprechung in den Ausschuss überwiesen. Mit dem Bebauungsplan soll das einstige Klinikgelände an der Schulstraße 13-20 zu einem Wohnstandort mit Grünflächen entwickelt werden. Das gesamte Areal ist in der Denkmalliste Berlin als Baudenkmal "Kaserne des Fliegerhorstes Staaken 1935-1938" sowie "ehemaliger Flugplatz Staaken" eingetragen. Daher soll das Gebäudeensemble gemeinsam mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde entwickelt werden. Die bebaute Grundfläche beträgt etwa 13 000, die Geschossfläche etwa 22 000 Quadratmeter.

Zumutbarkeit abwägen

Der GAL-Verordnete Franz Josef Bayer wollte wissen, ob es ein Konzept für den Erhalt der denkmalgeschützten Anlage gebe. "Gerade das ist ja Teil des Bebauungsplanverfahrens", erläuterte Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU). Allerdings müssten auch bei diesem im Besitz des Landes befindlichen Areal die Möglichkeiten des Denkmalschutzes gemeinsam mit dem Landesdenkmalamt abgewogen werden. "Wie beim Auswandererbahnhof, bei dem die Untere Denkmalschutzbehörde bereits Möglichkeiten und Grenzen für den Denkmalschutz erläutert hat, geht es auch hier darum, die Zumutbarkeit abzuwägen", so Röding.

Grundsätzlich begrüßte der Baustadtrat, dass "jetzt offenbar GAL wie auch SPD ihr Herz für den Denkmalschutz entdeckt haben". Allerdings warnte Röding auch vor möglichen Folgen überzogener Forderungen: "Wir können nicht von anderen verlangen, dass sie alle Wünsche nach dem Denkmalschutz erfüllen, wenn wir nicht selbst mit gutem Vorbild vorangehen." Er halte es daher für notwendig, dass sich der Bezirk erst einmal um den Erhalt von Baudenkmalen kümmere, die sich in seinem Besitz befinden. Dies werde er sich zur Aufgabe machen.


Michael Uhde / Ud
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