Bürger sorgen sich um Erscheinungsbild von Waidmannslust

Zugewachsen: Balkon mit Schmiedeeisen an der Ecke Hubertusstraße/Waidmannsluster Damm. (Foto: Christian Schindler)

Waidmannslust. Mehr als 100 Menschen sind am 11. Juni in der Evangelischen Königin-Luise-Kirche zusammengekommen, um sich gegen die zunehmende Verwahrlosung ihres Ortsteils zu wehren.

Wer zu dem Grundstück Waidmannsluster Damm/ Ecke Hubertusstraße kommt, könnte meinen, vor den Kulissen eines Märchenfilms zu stehen. Hinter Zaun und Gemäuer ist ein komplett zugewachsener Garten zu sehen, in dem sich nur schemenhaft die Umrisse eines Hauses abzeichnen. Dieses muss einmal von einem anspruchsvollen Architekten gebaut worden sein. Es lässt sich noch ein Balkon erkennen, der von einem Schmiedegitter überdacht ist. Doch auch diesen Teil des Gebäudes haben sich schon Pflanzen erobert. Wie lange genau dieses Haus leer steht, ist nicht bekannt. Laut Anwohnern sind es Jahrzehnte. Gleiches gilt für mindestens vier weitere Grundstücke am Waidmannsluster Damm.

Baustadtrat Martin Lambert (CDU) konnte den Anwohnern auch nur wenig Hoffnung machen, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird: "Wir können eingreifen, wenn die Verkehrssicherungspflicht von den Besitzern nicht erfüllt wird." Also dann, wenn von den Gebäuden Gefahren ausgehen, oder die Grundstücke nicht korrekt gesichert sind.

Dazu komme laut Lambert oft das Problem, dass Eigentümer kaum zu greifen seien: "In einem Fall wissen wir noch nicht einmal, ob die hochbetagte Besitzerin noch am Leben ist." In einem anderen Fall gebe es Erben in den USA, die nicht möchten, dass in ihrem Elternhaus fremde Menschen wohnen, und deswegen die Immobilie einfach ungenutzt lassen. In anderen Fällen seien Investoren abgesprungen.

Lambert sagte den Anwohnern immerhin zu, seine Mitarbeiter auch zu den direkten Nachbarn der betroffenen Grundstücke zu schicken, um eventuelle Gefahren besser zu erkennen, als allein von der Straßenseite aus.

In einem anderen Fall wurde in einem Haus ein Bordell eingerichtet. Zwar habe das Bezirksamt diese Nutzung untersagt, aber der Bordellbetreiber wehrt sich in einem Rechtsstreit gegen die Untersagung und macht erst einmal weiter. Das Bezirksamt will im Herbst informieren, ob es etwas für das Ortsbild von Waidmannslust erreichen konnte.


Christian Schindler / CS
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