Landwirt bietet Gemüsegärten zum Mieten

Kleine Ackerflächen samt Gemüse vermietet der Landwirt Gerhard Vogel. Die ersten Salatblätter sind bereits zu sehen. (Foto: Wrobel)

Wartenberg. Gemietete Gemüsegärten bieten Städtern nicht nur übers Jahr hinweg frisches Gemüse. Für viele wird das Gärtnern zur echten Entspannung.

Sie heißen "Flotte Möhre" oder sogar "Elfenland" - viele Mieter haben ihren kleinen Gemüsegärten liebevolle Namen gegeben. "Wir haben unseren Gemüsegarten einfach ,Kohl’ genannt", schmunzelt Hobby-Gemüsegärtnerin Petra Bartholomäus. "Das war eher eine spontane Idee." Zusammen mit ihrem Mann Ralf gießt sie das kleine Gemüsefeld von rund 45 Quadratmetern. Noch keimen die über 20 Gemüsesorten in der Erde. Darunter ist rote Beete, sind Bohnen, Erbsen, Kürbisse, und sogar Blumen. Mitte Mai recken schon die ersten Salate ihre Köpfchen aus der Erdkrume heraus. Petra Bartholomäus rupft schon mal das Unkraut aus der Erde. Ein Gartenneuling ist Petra Bartholomäus nicht. "Ich bin mit einem großen Garten groß geworden", sagt sie. Heute lebt sie in Pankow und sagt, sie hatte wieder Lust aufs Gärtnern. "Ich will wissen, wo das Gemüse herkommt. Außerdem ist die Arbeit ein Ausgleich zum Alltag." Ein bis zwei Mal die Woche besucht sie ihren Garten an der Grünen Trift in Wartenberg. Wie viele andere Städter hat sie ihren Gemüsegarten einfach angemietet. Sie muss nur noch Unkraut rupfen und gießen. Schon bald beginnt die erste Ernte, weiß wiederum Gerhard Vogel.

Der Landwirt bewirtschaftet in Wartenberg rund 100 Hektar Ackerboden. Einen Hektar vermietet er in Kooperation mit dem Unternehmen "Meine Ernte" an gemüseliebende Städter wie das Ehepaar Bartholomäus und solche, die es gerne noch werden wollen. Kleine Ackerflächen zu 45 und 85 Quadratmetern können angemietet werden. "Von allem ist etwas da. Die Gärten haben wir bereits im Vorfeld komplett angelegt", erklärt Gerhard Vogel. "Die Radieschen können bereits in zwei Wochen geerntet werden. Danach kommen Spinat und Rucola", erklärt Vogel. Für die Gartenarbeit stellt er in einem kleinen Bauwagen auf dem Gartenfeld die richtigen Gerätschaften bereit.

"Es sind viele, die sich hier beim Gemüsegärtnern ausprobieren wollen", weiß Vogel. "Am Anfang fällt es vielen schwer das eigentliche Gemüse vom Unkraut zu unterscheiden. Oft wird auch zu wenig gegossen", erklärt der Landwirt, der auf Gemüsekulturen und Kräuter spezialisiert ist. Alle zwei Wochen bietet Gerhard Vogel den Gartenmietern deshalb eine Sprechstunde an, in der alle Fragen geklärt werden können. "Tomaten und Paprika im Freien zu ziehen, das ist schwierig", weiß er.

Doch die Gemüsefülle ist nur bedingt eingeschränkt: "Von Mangold über Porree zu Kartoffeln - das Ernten ist da noch bis November möglich", sagt Vogel, "das ist übers Jahr hinweg ein Warenwert von über 600 Euro, der sich abernten lässt." Das gezogene Gemüse muss freilich nicht mehr extra bezahlt werden, das ist bereits mit der Ackermiete abgegolten. Auch sind die Gärtner frei, eigenes Gemüse nach Belieben zu ziehen. Ein kleiner, mit Gemüsesorten angelegter Gemüsegarten kostet pro Saison 179 Euro.

Weitere Informationen gibt es unter www.meine-ernte.de. Hier können die Gärten online angemietet werden.

Karolina Wrobel / KW
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