Rockrebell bleibt standhaft: Einmischrock von „Lari und die Pausenmusik“

Wann? 01.04.2016 20:00 Uhr

Wo? Mastul e.V., Liebenwalder Str. 33, 13347 Berlin DE
Lari hat eine neue Platte aufgenommen. Am 1. April präsentiert er mit seiner Band die neuen Songs. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Mastul e.V. |

Wedding. Am 1. April stellt „Lari und die Pausenmusik“ im Club Mastul in der Liebenwalder Straße 33 seine neue Platte „Liebe, Schnaps und Revolution“ vor. Weddings Liedermacherrockpoet Franz-Joseph Wohlleben hat auch eine neue Band.

"Kein Mensch ist illegal". Diese T-Shirt trägt Lari, wie er sich nennt, oft bei seinen Auftritten. Müsste er gar nicht, denn seine Texte sind Statement genug. Franz-Joseph Wohlleben rockt seit über fünf Jahren nicht nur den Wedding, wo er lebt und worüber er singt, sondern längst die halbe Republik. Einmischen, den Mund aufmachen, gegen das ansingen, was die Welt schlecht und schlechter macht – das ist seine Mission. Lari wurde schon mit Liedermachern wie Konstantin Wecker und Hannes Wader verglichen. Das findet er ganz schön, aber es passt nicht ganz. „Wir zeigen lieber den Mittelfinger als den Zeigefinger“, sagt der 25-Jährige, der mit seinen Songs was zu sagen hat. „Liebe, Schnaps und Revolution“ heißt die neue Platte von „Lari und die Pausenmusik“, die er mit neuer Besetzung aufgenommen hat. Fünf neue Lieder sind drauf, und es geht wie auf seinem Debutalbum „Einmischen“ um das, was ihn aufregt in dieser Welt. „Ich muss nur die Augen öffnen, nur Elend weit und breit, Armut, Unterdrückung, und der Mob der steht bereit“ heißt es da zum Beispiel im Song „Liebe, Schnaps und Revolution“. Und weiter: „Tauben fliegen übern Wedding, weiß und wunderschön, ich denke kurz an Dich, und weiß, dann wird es weitergehen.“

Miteinander leben statt übereinander reden

Lari bleibt standhaft, jetzt erst recht. Die aktuellen Entwicklungen machen ihm Sorgen. Mit seinen Liedern will er sich einmischen. „Den Leim, der unsere Gesellschaft zusammenhält, sehe ich bröckeln“, so Wohlleben. Dass rechtsradikale Meinungen salonfähig werden, findet er gefährlich. Hasserfülltes Gedankengut sickere immer mehr in die Mitte der Gesellschaft. Aber solange Lari seine Gitarre hat, spielt er überall dort, „wo unsere Meinung und unser Humor erlaubt sind“. Miteinander leben statt übereinander reden ist sein Motto. Vor Kurzem hat er auch auf einer muslimischen Hochzeit gespielt. Das obligatorische Bier am Mikroständer hat er weggelassen. „Ist doch kein Problem“, sagt Weddings Rockrebell.

Zu seinen neuen Mitstreitern gehört ein echter Straßenmusiker. Gitarrist Teds, schon 48, ist sonst in der S-Bahn unterwegs. Zur LudP-Band gehören auch Sängerin Judith Stefan und Konrad Kossak, der sich Konrad Kickdrum nennt. „Unser musikalisches Gewissen“, sagt Lari über den gelernten Tonmeister, der „Ahnung von Liederarrangements hat“.

Im April starten „Lari und die Pausenmusik“ zu einer Tour durch Sachsen. Einen Gig spielen Weddings Liedermaching-Akustikrocker, wie sie sich beschreiben, auch immer in einem Flüchtlingsheim. Auf Demos gegen die Bärgida-Bewegung oder die AfD packt Lari regelmäßig seine Klampfe aus. Der Weddinger, der als Berater bei der Caritas arbeitet, engagiert sich auch ehrenamtlich in der Bürgerplattform Wedding oder in der katholischen Kirchengemeinde St. Josef St. Aloysius in der Müllerstraße. Hier befindet sich auch der Probenraum. DJ

Record-Release-Party „Liebe, Schnaps und Revolution“ am 1. April um 20 Uhr im Mastul e.V., Liebenwalder Straße 33. Eintritt kostet drei bis fünf Euro.
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