Bauaufsicht räumte Häuser des alten Asylbewerberheims

Die Hausruinen an der Wartenberger Straße bleiben vorerst unsaniert. Der Eigentümer verkauft Gebäude für Gebäude. (Foto: Wrobel)

Alt-Hohenschönhausen. Seit Jahren stehen die Häuser in der Gehrenseestraße, Wartenberger Straße und Wollenberger Straße leer. Noch vor einem Jahr warb der Eigentümer Lakis GmbH mit der Absicht, die Häuser zu modernisieren. Es geschah nichts.

Vor mehreren Jahren kaufte das Immobilienunternehmen Lakis aus Neuss die neun einst als Asylbewerberheim genutzten Häuser in der Gehrenseestraße 1-2, der Wartenberger Straße 4-10 und der Wollenberger Straße 3-9. Noch Ende 2011 bekräftigte der Sprecher der Firma, die Gebäude zu modernisieren, Balkone und Erweiterungen zu bauen. Bislang passierte nichts, stattdessen verfielen die Häuser zusehends, und Vandalismus machte sich breit.

Konkrete Gefahr

Zerschlagene Fenster und Außenwände, Absturzsicherungen und Geländer im Inneren der Gebäude fehlen, auf den Freiflächen sind Schächte und Heizungskanalbauwerke nicht abgedeckt. Dies stellte die bezirkliche Bauaufsicht fest. Es bestehe auf dem Grundstück nicht nur Absturzgefahr. Auch von den Baulichkeiten selbst geht mittlerweile "eine konkrete Gefahr für Leib und Leben der sich dort aufhaltenden Personen aus", heißt es aus dem Bezirksamt. In den Häusern haben sich mittlerweile Menschen einquartiert, unbefugt.

In den vergangenen Jahren hat die Bauaufsicht mit Nachdruck den Eigentümer zum Handeln zu bewegen versucht und Fristen gesetzt, das Areal zu sichern. "Der Eigentümer ist seiner Pflicht aber wiederholt nicht nachgekommen", sagt Stadtrat für Stadtentwicklung Wilfried Nünthel (CDU). Im Zuge der Gefahrenabwehr hat die Bauaufsicht nun das Areal in Eigenregie einzäunen müssen. Am 29. Oktober wurden die Einfriedung geschlossen und die Häuser mit Hilfe der Polizei und des Sozialamtes geräumt. Die Kosten dafür muss der Eigentümer übernehmen.

Lakis benennt ganz verschiedene Gründe, warum es zu diesem Zustand gekommen ist: "Ursprünglich wollten wir alle neun Wohnhäuser sanieren", erklärt Lakis-Sprecher Bastian Höck.

"Drei Kaufinteressenten"

Er bekräftigt: "Unser Objektbetreuer ist vor Ort und schaut mehrmals in der Woche nach dem Zustand. Er richtet gegebenenfalls eingedrückte Zäune wieder auf." Doch offenbar sind die Objekte nun zur Verschiebemasse geworden. Vor mehr als einem Monat habe das Unternehmen vier Objekte verkauft. "Auch für die restlichen fünf Objekte haben wir drei Kaufinteressenten", so Höck. Seit Anfang des Jahres verzeichnet die Firma ein gesteigertes Kaufinteresse an den Häusern. Die Verhandlungen zu den restlichen Verkäufen liefen derzeit, sagt Höck.

Die Lakis GmbH habe ein Sanierungskonzept erarbeitet und erhofft sich weiterhin, die Sanierung der verkauften Gebäude noch zu übernehmen und so über 600 Wohneinheiten zu schaffen. Das Bezirksamt Lichtenberg machte aber die Auflage, zusätzlich eine Kita zu schaffen. Eine Baugenehmigung für den Wohnungsbau werde es erst geben, wenn der Rohbau der Kita stehe, bekräftigt der Stadtrat.


Karolina Wrobel / KW
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