Berlins größter Stromspeicher geht in Betrieb

Umweltminister Peter Altmaier (CDU) ließ sich die neue Technologie erläutern. (Foto: Ralf Drescher)

Alt-Treptow. Auf dem Gelände des Heizkraftwerks Treptow an der Eichenstraße testet das Energieunternehmen Vattenfall seit Jahren moderne Energieerzeuger, unter anderem Brennstoffzellen. Nun ging hier Berlins größter Energiespeicher in Betrieb.

Zwei unscheinbare Container. Hinter den Türen verbergen sich Regler, Elektronikplatinen, Kabel und 1600 Akkumulatoren. Alles zusammen bildet einen Zwei-Megawatt-Stromspeicher. Als Bestandteil eines "virtuellen Kraftwerks" soll es für mehr Versorgungssicherheit bei der Nutzung von regenerativen Energieformen aus Sonne und Wind sorgen."Wir gehen heute einen großen Schritt für eine Energiewende. Vattenfall hat hier die Innovationsführerschaft übernommen", sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) anlässlich der Inbetriebnahme des Stromspeichers. Altmaier wies darauf hin, dass man mit der Anlage der Lösung der Frage, wie man mit den Schwankungen im Energienetz umgehen kann, die bei der Nutzung von Energie aus Wind und Sonne unvermeidlich sind. "Wir sind in Europa dabei ganz vorn, und werden technische, politische und finanzielle Fragen der Energiewende lösen", versprach Altmaier.

In den nächsten Jahren will die Bundesregierung rund 200 Millionen Euro in die Entwicklung neuer Batterien investieren. In der Vattenfall-Anlage sind Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus eingebaut, die auch in modernen Elektroautos verwendet werden. Mit der Gesamtleistung von zwei Megawatt könnte die Straßenbeleuchtung einer Stadt wie Fürstenwalde eine Nacht lang versorgt werden.

Im "virtuellen Kraftwerk" von Vattenfall werden zu Test- und Forschungszwecken dezentrale Stromerzeuger wie Blockheizkraftwerke und steuerbare Stromverbraucher wie Wärmepumpen zu einem regelbaren Anlagenverbund zusammengefasst. Ziel ist, auf Energiespitzen und Energiemangel bei der Nutzung von Wind- und Sonnenenergie noch besser reagieren zu können.

An die herkömmliche Art, Strom zu speichern, kommt aber auch die moderne Technik noch nicht heran. Allein das Pumpspeicherwerk Goldisthal in Thüringen, das ebenfalls zum Vattenfall-Konzern gehört, kann mit über acht Gigawattstunden das Viertausendfache der Treptower Anlage speichern.

Dazu werden immerhin zwölf Millionen Kubikmeter Wasser rund 300 Meter vom Unter- in das Oberbecken gepumpt. Diese Technologie ist inzwischen gut 80 Jahre alt. Allerdings passt das Pumpspeicherwerk auch nicht auf die Fläche eines Einfamilienhauses.


Ralf Drescher / RD
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