Städtebaulicher Vertrag für Neubau ist unterzeichnet

Der Rest bleibt erst mal stehen, weil hier eine Trafostation untergebracht ist. (Foto: Ralf Drescher)

Altglienicke. Nun steht dem Neubau an der Siriusstraße eigentlich nichts mehr im Weg. Der Bezirk und die Momper Projektentwicklung GmbH haben Ende Februar einen städtebaulichen Vertrag unterzeichnet - endlich.

Ein erster Vertrag war bereits 2011 unterzeichnet worden, dann hatte der Vorhabensträger, vertreten durch den früheren Berliner Bürgermeister Walter Momper, aber zahlreiche Änderungswünsche eingebracht. Gebaut wird nun ein Einkaufszentrum mit 4000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Einziehen werden der Kaisers-Markt, der ja am Standort schon vertreten ist, sowie ein Discounter und kleinere Einzelhandelsgeschäfte. Auf weiteren 1300 Quadratmetern Fläche wird es Arztpraxen und Gesundheitspflegeeinrichtungen geben. Zur Siriusstraße und den angrenzenden Fußgängerbereichen erhält der ansonsten eingeschossige Bau ein Obergeschoss.

Um das in der Wendezeit 1989/1990 nicht mehr ganz fertiggestellte Einkaufszentrum hatte es zwei Jahrzehnte lang Streit gegeben. Kaisers hatte für seinen Einkaufsmarkt nur einen Teil der Fläche benötigt, der Rest stand nach kurzfristiger Nutzung bald wieder leer und verkam zur Ruine. Nachdem der SPD-Politiker mit seiner Projektentwicklungs GmbH das Areal in den 90er Jahren gekauft hatte und dort nichts passierte, wurde der Bau an der Siriusstraße schnell als Momper-Ruine tituliert. Wer diesen Begriff im Interenet sucht, findet dazu Hunderte von Beiträgen und auch kurze Videoclips. Sogar der "Spiegel" erwähnt den nach Momper benannten Bau in einem ansonsten wenig schmeichelhaften Beitrag über das Kosmosviertel an der Schönefelder Chaussee. Der Abriss erfolgte Ende 2011. Katrin Vogel, CDU-Abgeordnetenhausmitglied aus Altglienicke, hatte Momper sogar mal zu einer Bürgerversammlung gelockt. Wo er dann langatmig erklärte, warum er so schnell nicht bauen könne.

Bauen wird das Einkaufszentrum jetzt das Bayreuther Unternehmen Domos. Die Baugenehmigung ist beantragt. Dieses listet auf seiner Internetseite Referenzobjekte wie die Elbgalerie Riesa, das Elsthal-Center Luckenwalde sowie Aldi- und Lidl-Märkte in Oelsnitz, Freital und Stendal auf. "Hauptsache es wird bald gebaut. Sobald es längere Zeit nicht regnet, staubt es vom inzwischen leeren Grundstück wie in der Sahara", sagt Berliner-Woche-Leser Peter Brandt, der von seinem Balkon aus alles gut im Blick hat.


Ralf Drescher / RD
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