Stadtplaner führen eine Bestandsaufnahme in der Anlage Blankenburg durch

Blankenburg. In der Anlage Blankenburg wird zurzeit von Mitarbeitern des Unternehmens Topos Stadtforschung eine Bestandausaufnahme der städtebaulichen Struktur vorgenommen.

Das erklärte Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (B’90/Grüne) auf der jüngsten BVV-Sitzung. Zuvor hatte sich der stellvertretende Vorstand des Vereins Garten- und Siedlerfreunde Anlage Blankenburg, Gerd Thießen, zu Wort gemeldet. Er berichtete den Verordneten, dass Vertreter einer Stadtplanungsfirma in der Anlage beobachtet wurden. Man erklärte Vereinsmitgliedern auf Nachfrage, dass eine "Bestandsaufnahme zur Unterbreitung von Alternativen zur städtebaulichen Entwicklung" vorgenommen werde.

Diese Aussage verunsichert die Gartenfreunde. Es gab in den vergangenen Jahren nämlich immer wieder Gerüchte, dass die Anlage zur Disposition steht. Dabei besteht sie seit 105 Jahren. Aktuell gibt es auf den 84 Hektar Fläche etwa 1360 Parzellen. Auf etwa einem Drittel leben Dauerbewohner. Verwaltet wird die Anlage vom Bezirksamt. Im September 2011 wurde den Siedlern vom Bezirk zugesichert, dass mindestens bis 2022 am Status der Anlage nichts geändert werde, berichtet Thießen. Warum findet jetzt aber eine städtebauliche Bestandsaufnahme statt?

Kirchner erklärt, dass eine solche Bestandsaufnahme derzeit nicht nur in Blankenburg, sondern auch in weiteren Anlagen vorgenommen werde, die der Bezirk verwaltet. Hintergrund ist, dass all diese früheren Kleingartenanlagen inzwischen Siedlungen mit vielen Dauerbewohnern sind. Als Siedlungen, die sich überwiegend auf Landesgrundstücken befinden, werden sie deshalb auch nicht mehr vom Bezirksverband der Kleingärtner, sondern vom Bezirksamt verwaltet. Nun möchte das Bezirksamt die Themen Infrastruktur und städtebauliche Entwicklung angehen. Damit das fundiert geschehen kann, werden zurzeit städtebauliche Studien angefertigt. "Es soll der Status quo ermittelt werden, der für uns Ausgangspunkt für eine langfristige Entwicklung auch über 2022 hinaus sein wird." Nach der Bestandsaufnahme soll es dann natürlich auch Planungen geben. In diese werden, so versichert der Stadtrat, Vertreter der Anlagen mit einbezogen.


Bernd Wähner / BW
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