Ehrenamtliche Stadtteilzeitung bekommt Förderpreis

Das Team der Stadtteilzeitung bei der Manöverkritik zur aktuellen Ausgabe. (Foto: Liptau)

Friedenau. Seit zehn Jahren sind die Reporter der Stadtteilzeitung Schöneberg-Friedenau-Steglitz unterwegs und berichten, was sie und ihre Nachbarn bewegt. Das Engagement der Ehrenamtlichen ist jetzt mit dem Förderpreis des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg ausgezeichnet worden.

Bei der ersten Redaktionssitzung im neuen Jahr steht ein Strauß roter Tulpen auf dem Konferenztisch. "Den gab’s vom Nachbarschaftsheim", erklärt Ottmar Fischer stolz. Er ist einer von momentan rund 15 Reportern, die in den Kiez ausschwärmen. Und damit einer derjenigen, die jetzt vom Bezirksamt geehrt wurden. Offiziell ist ihnen die Urkunde allerdings noch nicht übergeben worden. Denn die geplante Verleihung am 5. Dezember fiel Sturmtief "Xaver" zum Opfer und wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Fragen zur stilistischen Gestaltung stehen immer sonst auf der Agenda der 14-täglich stattfindenden Konferenzen im Nachbarschaftsheim Schöneberg. Wie kann ein Artikel gut formuliert werden? Und vor allem: Worüber lohnt es zu berichten? Seit zehn Jahren geben die ehrenamtlichen Reporter jährlich zehn Ausgaben ihrer Kiezzeitung heraus. "Friedenau ist dabei das Herz, Schöneberg und Steglitz sind die Nieren", sagt Christine Bitterwolf.

Alle Mitglieder des Teams wohnen selbst hier und können so aus erster Hand über Themen aus der Bezirkspolitik, historische Begebenheiten, neue Institutionen berichten - und eben auch die kleinsten Begebenheiten, die den Alltag mitbestimmen. "Wir sind gut vernetzt, weil wir hier zu Hause sind", sagt Bitterwolf. In erster Linie seien es die kleinen Geschichten aus der Nachbarschaft, die das Blatt einzigartig machen. "Dabei sind wird aber nicht nur kleinteilig, nicht nur lokal", betont Initiator und Redaktionsleiter Thomas Protz. "Wir haben immer den Berliner Gesamtkontext im Hintergrund." Dabei hätten die Artikel meist einen anderen Stil als in üblichen Zeitungen. "Wir sind keine Journalisten, aber das kann manchmal auch von Vorteil sein."

Zu diesem anderen Stil gehöre auch, dass die Zeitung vor allem im positiven Sinn berichten will. "Natürlich hinterfragen wir auch kritisch", sagt Ottmar Fischer, der regelmäßig aus dem Rathaus berichtet. "Aber wir wollen auch Lösungsansätze liefern." Insgesamt soll das Blatt, so Protz, "etwas Aktivierendes haben" und "zeigen, welche Möglichkeiten zur Teilnahme das Gemeinwesen bringt".

Den Reportern hat ihr Engagement nun den mit 1000 Euro dotierten Preis eingebracht. Offiziell soll die Urkunde im Februar verliehen werden.

Die Stadtteilzeitung liegt in zahlreichen Ladenlokalen und Institutionen im Bezirk aus und ist abrufbar unter www.stadtteilzeitung-schoeneberg.de.

Ralf Liptau / flip
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