Bezirk listet Auswirkungen des Personalabbaus auf

Friedrichshain-Kreuzberg. Im kommenden Jahr soll eines der drei Bürgerämter im Bezirk geschlossen werden. Auch die Aufgabe eines Bibliotheksstandorts wird überlegt. Dazu kommen weitere Einschränkungen.

Das alles steht in einer Beschlussvorlage des Bezirksamtes zum geforderten Personalabbau. In dem 114 Seiten starken Papier haben alle Abteilungen aufgelistet, zu welchen Auswirkungen weniger Personal in ihrem Bereich führt. Wie mehrfach berichtet, muss Friedrichshain-Kreuzberg nach einer Vorgabe des Senats bis Ende 2016 seinen Mitarbeiterbestand um 138 Vollzeitstellen reduzieren. Passieren soll das durch eine natürliche Fluktuation, also dem Ausscheiden vor allem wegen Ruhestand. Die Zahl der Kollegen, die in den kommenden Jahren in Rente gehen, ist in den einzelnen Abteilungen unterschiedlich groß. Wo die Abgänge höher als die geforderten Stellenreduzierungen sind, können in gewissem Umfang neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Bei den Bürgerdiensten werden zehn Arbeitsplätze bis 2016 wegfallen. Aufgefangen könne das nur "durch die Schließung eines Bürgeramtes ab 2014", heißt es in der Vorlage. Betroffen wäre wahrscheinlich die Schlesische Straße 27. In den beiden dann noch verbleibenden Ämtern in den Rathäusern in Friedrichshain und Kreuzberg sei mit kürzeren Sprechstunden und längeren Wartezeiten zu rechnen.

Bei den Bibliotheken wird die Aufgabe der Außenstelle in der Oranienstraße geprüft. Vier Stellen weniger gibt es künftig beim Büchereipersonal.

Reduzierte Dienstleistungen, längere Bearbeitungszeiten, Wegfall von Investitionen, dieser Dreiklang zieht sich durch das gesamte Papier. Das Ordnungsamt wird mit weniger Kiezstreifen unterwegs sein. Sportanlagen könnten nur noch eingeschränkt genutzt werden. Straßenfeste müssen künftig mindestens acht Wochen im Voraus angemeldet werden. Weil im Hochbauservice fünf Mitarbeiter wegfallen, können wahrscheinlich manche, auch schon ausfinanzierte Vorhaben nicht umgesetzt werden.

Natürlich haben alle Abteilungen bewusst ein Horrorszenario abgeliefert. Doch wenn nur ein Teil davon umgesetzt wird, ist das für fast jeden Bürger spürbar.


Thomas Frey / tf
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