Es gibt schon Anträge auf Probebohrungen in der Innenstadt

Friedrichshain. Auch in Berlin befindet sich an vielen Stellen tief unter der Erde ein natürlicher Bodenschatz. Nämlich warmes Wasser, das als Energie genutzt werden kann.

Diese Quelle will eine Firma jetzt in der Innenstadt nutzbar machen. Und zwar in einem Gebiet, das sich grob gesagt von der Linienstraße aus in östlicher Richtung erstreckt. Die Fläche liegt vor allem in Mitte. Aber auch Friedrichshain wird im Bereich des Barnimkiezes und des Volksparks, rund um den Märchenbrunnen, von dem Vorhaben tangiert. Bei der sogenannten Geothermie wird das warme Wasser nach oben gepumpt. In einem Wärmetauscher gibt es seine Wärme ab, die wiederum in das Heiznetz eingespeist werden kann.Um an das Wasser zu kommen, muss natürlich zunächst danach gebohrt werden. Und hier beginnen die Probleme. In Mitte liegt nach Angaben des dortigen Baustadtrats Carsten Spallek (CDU) ein Antrag auf Probebohrungen vor. Für Spallek ist das Vorhaben allerdings "kein realistisches Thema". Er könne sich nicht vorstellen, dass in der dicht bebauten Spandauer Vorstadt ein Bohrturm stehen könnte. Dazu schätzt seine Behörde das ganze Unternehmen wegen des Denkmal- und Ensembleschutz als "sehr kritisch" ein.

Auch sein Amtskollege Hans Panhoff (B 90/Grüne) in Friedrichshain-Kreuzberg reagiert eher zurückhaltend. Erdwärme für die Energiegewinnung zu nutzen sei zwar grundsätzlich positiv, findet der Grüne. "Aber wir reden hier von Bohrungen bis in eine Tiefe von etwa 4000 Meter." Geklärt werden müsse, welche Auswirkungen das auf die Gesteinschichten oder das Grundwasser habe.

Gleichzeitig glaubt Panhoff nicht, dass auf Friedrichshshainer Gebiet ein Bohrturm aufgestellt wird. "Wir machen nur einen kleinen Teil des Terrains aus. Wenn gebohrt wird, dann sicher irgendwo in Mitte."

Ob es überhaupt dazu kommt, liegt nicht zuletzt in der Hand des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Cottbus. Von dort hätte die Berliner Woche gerne etwas mehr zu diesem Vorhaben und einer möglichen Genehmigung erfahren. Allerdings wurden entsprechende Anfragen bis Redaktionsschluss nicht beantwortet.


Thomas Frey / tf
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