RTL und Vivantes beenden Fernsehproduktion

Friedrichshain. Die RTL-Dokusoap "Babyboomer - das Wunder des Lebens" findet keine Fortsetzung im Vivantes Kinikum im Friedrichshain. Zunächst erklärte am 8. März der Fernsehsender RTL die Dreharbeiten für beendet. An 12. März entschied auch die Geschäftsführung von Vivantes, das Projekt nicht weiter zu verfolgen. Sie habe damit "den Willen des Gesellschafters zur Kenntnis genommen", wie es in einer Presseerklärung hieß.

Mit Gesellschafter ist das Land Berlin gemeint. Von dort, namentlich von Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU), gab es Bedenken gegen die von Vivantes erlaubten Fernsehaufnahmen im Kreissaal. Er hatte unter anderem Zweifel, ob dabei die Persönlichkeitsrechte, auch der Neugeborenen, gewahrt bleiben. Ende Februar setzte der Senat die Dreharbeiten zunächst aus (wir berichteten). Rund einen Monat waren bis dahin Frauen vor, während und nach der Geburt gefilmt wurden. Dafür waren insgesamt 27 Kameras installiert worden.

Ob es mit den "Babyboomern" weitergehen wird, sollte eigentlich Thema der Aufsichtsratssitzung von Vivantes am 12. März sein. Vorgesehen war, dass die Geschäftsführung dort ihre Genehmigung begründet. Dazu kam es aber nicht mehr. Schon zu Beginn habe Czaja klargemacht, dass er sich mit der TV-Produktion nicht anfreunden könne, war zu hören. Worauf sich die Geschäftsführung zum endgültigen Aus entschied.

Wahrscheinlich wäre es aber nach der Absage von RTL ohnehin nicht mehr zu einer Wiederaufnahme gekommen. Der Sender begründete diesen Schritt mit einem "anhaltenden Entscheidungsvakuum". Die Verantwortlichen seien darauf hingewiesen worden, "dass sich Geburten bekanntlich nicht beliebig verschieben lassen", wird RTL-Sprecher Christian Körner in einer Mitteilung zitiert. Umso bedauerlicher sei es deshalb gewesen, dass Senator Czaja die Einladung des Produzenten zu einem persönlichen Gespräch unbeantwortet gelassen habe.

Das Ende der Babysoap könnte Vivantes noch teuer kommen. Denn es ist damit zu rechnen, dass Schadenseratzansprüche gestellt werden. Wie hoch die ausfallen könnten, dazu wollte der Krankenhauskonzern keine Aussagen machen. Es werde jetzt Gespräche mit der Produktionsfirma geben.


Thomas Frey / tf
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