Für den Verkauf an privat sprach sich niemand aus

Gatow. Der Verkauf der Rieselfelder konnte nach einem Gespräch zwischen dem Bezirksamt und Jörg Simon, Vorstandsvorsitzenden der Berliner Wasserbetriebe (BWB), zunächst gestoppt werden (wir berichteten). Dennoch trafen sich am 3. September rund 150 besorgte Bürger in Gatow.

Von den eingeladenen Politikern erhofften sie sich Aufklärung darüber, was in Zukunft mit dem Landschaftsschutzgebiet geschieht. Dabei soll es laut Ephraim Gothe (SPD), Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, auch bleiben. "In einem Landschaftsschutzgebiet sind nur privilegierte Vorhaben möglich, und dazu gehört eine Eventgastronomie nicht", sagte er. Eine derartige Umnutzung hatte der potenzielle Käufer, die Laggner-Gruppe, für den jetzigen Betriebshof Karolinenhöhe an der Potsdamer Chaussee ins Gespräch gebracht. "Die Verkaufsabsichten der Wasserbetriebe waren dem Senat nicht bekannt", versicherte Gothe. Solange er im Aufsichtsrat der BWB sitze, sei auch dort darüber nicht verhandelt worden. Allerdings stehe das Thema auf der Tagesordnung der kommenden Sitzung des Aufsichtsrats, berichtete der Staatssekretär.

Sich gewehrt

"Im Bezirk hat uns die Nachricht von einem möglichen Verkauf der Rieselfelder ebenso wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen", versicherte Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD). Der Bezirk habe sich daher gegen den Verkauf gewehrt und das Gespräch mit den BWB gesucht. Auch der SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz zeigte sich von den Verkaufsabsichten der BWB sehr überrascht. Deren Sprecher, Stephan Natz, verwehrte sich allerdings gegen die Darstellung, die Verhandlungen der BWB seien eine "Nacht- und Nebel-Aktion" gewesen. Allerdings seien sie "durchaus zur Unzeit öffentlich geworden". Das Land Berlin als Mehrheitseigner der Wasserbetriebe müsste jedoch Interesse daran habe, die jährlichen Unterhaltskosten für die Rieselfelder von rund 500 000 Euro einzusparen.

Alle Referenten waren sich schließlich einig darüber, dass die Rieselfelder in öffentlicher Hand bleiben sollten. Zustimmung fand Gothes Idee, die Fläche an die Stadtgüter zu übergeben. Diese kümmern sich bereits um ähnliche Flächen im Umland. Ein Raunen ging allerdings durch den Saal, als Gothe daran erinnerte, dass die Stadtgüter jene Flächen etwa zum Aufstellen von Windrädern nutzen. Dagegen hatten sich Gatower Vereine und Verbände bereits eindeutig ausgesprochen.


Michael Uhde / Ud
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