Bahn und Baufirma streiten über Empfangsgebäude

Stillstand auf der Baustelle. Dabei sollte das neue Empfangsgebäue Im Dezember stehen. (Foto: Jericho)

Gesundbrunnen. Aus der Anfang des Jahres genannten Fertigstellung im Dezember wird wieder nichts. Es gibt Probleme mit der Bodenplatte.

Der zugige Bahnhofsvorplatz, benannt nach der Hertha-Legende Hanne Sobek, ist seit Januar eingezäunt. Ein Baukran steht einsam auf der Freifläche. Der Aspahlt ist abgepickert, ein paar Rohbauten sind schon hingestellt. Etliche Stahlsäulen, die das Dach des neuen Empfangsgebäudes tragen sollen, ragen in den blauen Herbsthimmel. Doch seit Monaten passiert kaum noch etwas auf der Baustelle. Die Reisenden müssen auf Berlins größtem Umsteigebahnhof im Norden weiter erhebliche Behinderungen ertragen. Weil nichts vorangeht, hat die Bahn wenigstens einen der gesperrten Aufzüge, die vom Bahnhofsvorplatz zu den Bahnsteigen führen, wieder geöffnet.Bahn und Baufirma streiten über den weiteren Bauablauf und den Terminplan und können sich bisher nicht einigen. "Ein Ergebnis soll noch im Oktober vorliegen", so Bahnsprecher Gisbert Gahler. Es gibt statische Probleme mit der Betonplatte. Weil sie das neue Gebäude nicht tragen kann, muss sie neu aufgebaut werden. Dazu haben bereits Untersuchungen stattgefunden.

Im Sommer war auch noch Wasser durch die aufgerissene Betonplatte auf die Bahnsteige darunter gelaufen. Gahler spricht von "Unstimmigkeiten bei der Bauausführung" und "ungeklärten Fragen". Details wollte er wegen der vertragsrechtlichen Auseinandersetzungen keine nennen, neue Eröffnungstermine erst recht nicht. Kein Wunder, denn die Bahnhofshalle sollte schon seit Jahren stehen. Jeder Terminplan wurde bisher schon kurz nach Bekanntgabe über den Haufen geworfen. Die letzten Eröffnungstermine waren 2012 und 2013. Ab Anfang 2014 sollten die Ladenmieter ihre Geschäfte einrichten. Doch an eine Eröffnung im kommenden Jahr glaubt niemand mehr.

Das neue, zehn Millionen Euro teure Terminalgebäude ist keine klassische Bahnhofshalle, sondern ein überdachter Eingangsbereich. Auf der Betonwüste neben dem Gesundbrunnencenter wird eine offene Dachkonstruktion aus Stahl, Glas und Beton gebaut. Unter dem Dach stehen Gebäude mit Bahn-Reisezentrum, Läden und Restaurants.


Dirk Jericho / DJ
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