Bürgerwerkstatt nimmt Arbeit zur Parkerweiterung auf

Die Bürgerwerkstatt Mauerpark arbeitet wieder. Hans Göhler von der Grün Berlin GmbH erklärt die nächsten Schritte. (Foto: Dirk Jericho)

Gesundbrunnen. Im Juli sollen die ersten zwei Hektar des erweiterten Mauerparks auf westlicher Seite geöffnet werden. Die Bürgerwerkstatt erarbeitet in den kommenden Wochen Gestaltungsideen für eine Zwischennutzung.

Bauunternehmer Klaus Groth, der das umstrittene Wohnquartier nördlich der Gleimbrücke baut, will am 15. Februar auf einer Pressenkonferenz mit Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) seine Planungen vorstellen. Derzeit arbeiten die beauftragten Architekten noch an drei Entwürfen, sagte Groth. Der Chef der Groth Gruppe hat das 3,5 Hektar große Grundstück vom bisherigen Eigentümer, der österreichischen Immobilien-Investmentgesellschaft CA Immo, gekauft und ist dem städtebaulichen Vertrag beigetreten. Senat und CA Immo hatten sich Ende letzten Jahres im sogenannten Mauerparkvertrag darauf geeinigt, dass die Freifläche nördlich der Gleimbrücke mit bis zu 600 Wohnungen bebaut werden darf. Im Gegenzug überlässt CA Immo dem Land Berlin die sieben Hektar südlich der Gleimbrücke für die Mauerparkerweiterung.

Wie Groth sagte, will er nicht die mögliche Zahl von 58 000 Quadratmetern Geschossfläche (etwa 600 Wohnungen) ausnutzen. 530 Wohnungen sind sein Ziel. Allerdings wird nach jetzigen Planungen das von der Bürgerwerkstatt geforderte grüne Band von 25 Metern Breite "vielleicht nur 23 Meter breit", so Groth. Die Bürgerwerkstatt, in der Anwohner und Initiativen die Mauerparkerweiterung planen, trifft sich seit dem 31. Januar wieder. Sie hatte Anfang 2011 ihre Arbeit eingestellt, weil ihr das Tauschgeschäft "Park gegen Bauland" zu massiv war. Wie Hans Göhler von der landeseigenen Grün Berlin GmbH, die den Park baut, sagte, geht es jetzt darum, die ersten zwei Hektar als Zwischennutzung zu öffnen. Im März sollen die Eckpunkte für die Parköffnung von der Lortzingstraße stehen. Viel Geld wird Grün Berlin vorerst nicht investieren, sondern "erstmal anfangen und experimentieren", so Göhler.

Der richtige Parkbau, der über drei Millionen Euro kosten soll, wird frühestens in 18 Monaten beginnen, wenn der jetzt zu erstellende Bebauungsplan rechtskräftig ist. Sollte der Bezirk das ausgehandelte Baurecht im Norden nicht festschreiben, wird der städtebauliche Vertrag rückabgewickelt.

Darin sieht die Mauerparkstiftung Weltbürgerpark, die jegliche Bebauung verhindern will, ihre Chance. Frank Möller von der Stiftung appellierte während der Auftaktsitzung der Bürgerwerkstatt, den Häuserbau durch Klagen zu verhindern. Die Bürgerbeteiligung ist für ihn "99 Prozent Geschwätz". Klaus Groth bezeichnete er vor den etwa 100 anwesenden Bürgern als "einen der korruptesten Bauunternehmer der Stadt".

Groth sagte, dass er sich dagegen juristisch zur Wehr setzen wird. Er bestätigte auch, dass er "Drohungen gegen seine Familie" erhalten habe.


Dirk Jericho / DJ
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