Unternehmen sollen soziale Projekte unterstützen

Eltern haben für ihren Gast türkisches Essen zubereitet. Ulrich Davids (rechts) und Hannes Herbert hat es geschmeckt. (Foto: Dirk Jericho)

Gesundbrunnen. Jugendstadtrat Ulrich Davids (SPD) wirbt derzeit bei Firmen, Geld für Kinder- und Jugendclubs locker zu machen. Er sei schon mit "führenden Firmen" aus Berlin und dem Bezirk Mitte im Gespräch, sagte Davids bei einem Besuch des kommunalen Abenteuerspielplatzes Humboldthain in der Gustav-Meyer-Allee 4 am 18. Januar.

"Wir brauchen unbedingt Drittmittel", so Davids. Einige Unternehmen hätten bereits Hilfe zugesagt. Namen wollte Ulrich Davids jedoch noch nicht nennen. Als Beispiel nannte er eine Spende der Malerinnung von 1000 Litern Farbe. Die Einrichtungen können sich die Farbe abholen, wenn sie renovieren möchten. Die Azubis vom Weddinger SOS Berufsausbildungszentrum würden beim Malern helfen, sagte Davids.

Auch wenn im letzten Haushaltsentwurf für 2013 immer noch ein Finanzierungsloch von über drei Millionen Euro klafft, schloss der Jugendstadtrat für 2013 Kürzungen im Jugendetat aus. "Aber die finanzielle Situation wird nicht besser", sagte Ulrich Davids während der Bürgersprechstunde auf dem Abenteuerspielplatz.

Hannes Herbert, der das im Kiez und ganz Berlin beliebte Projekt seit seiner Eröffnung 1981 leitet, appellierte an die Bezirkspolitiker, weitere Kürzungen zu stoppen. "Wir bekommen jedes Jahr zehn Prozent weniger Geld", sagte Herbert. Der Abenteuerspielplatz sei ein Leuchtturmprojekt; Kinder, Jugendliche und Familien, vor allem türkischer Herkunft, nutzen sieben Tage die Woche die Angebote. In dem Blockhaus feiern Familien regelmäßig Geburtstage und andere Feste. Alle Wochenenden sind bereits für dieses Jahr ausgebucht. Auch Kitas und Schulen kommen hierher, um Holzbuden zu zimmern, gemeinsam am Lagerfeuer zu sitzen, zu kochen und zu übernachten.

Früher haben die Erzieher mit den Kindern und Jugendlichen Reisen und Fahrradtouren unternommen. "Das geht jetzt nicht mehr", sagte einer der insgesamt vier Mitarbeiter, die den Abenteuerspielplatz betreuen. "Ich kann hier nichts versprechen", sagte Ulrich Davids beim gemeinsamen Abendessen mit Bulgur, Weinblättern und Börek, das Mütter zubereitet hatten. "Aber das was wir haben, muss erhalten bleiben", so der Stadtrat. Er kündigte jedoch an, eventuell doch Klubs zu schließen.

Davids lässt derzeit alle kommunalen Einrichtungen "baulich überprüfen". Wenn dabei herauskomme, dass man viel Geld für die Sanierung investieren müsste, "dann geben wir das Haus ab", so Davids. "Das wird noch Diskussionen geben", ist sich der Jugendstadtrat sicher.


Dirk Jericho / DJ
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