Drei Wochen Erholung mit den Eltern im Evangelischen Johannesstift

Hakenfelde. 29 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl am 26. April 1984 lädt das Evangelische Johannesstift bereits zum 29. Mal Kinder und deren Eltern aus der betroffenen Region zu einem Erholungsurlaub in die Havelstadt ein.

Die Gäste aus Weißrussland werden während ihres Aufenthalts vom 12. Juli bis zum 2. August von Mitarbeitern des Johannesstifts und dem Verein "Kinder aus Tschernobyl" betreut. Die Besucher, 30 Kinder und deren Eltern, stammen vorwiegend aus dem Gebiet um Gomel, das von den radioaktiven Niederschlägen nach der Katastrophe am stärksten belastet war. Andere kommen aus Minsk, wo es einen Bezirk gibt, der nur für die Umsiedler aus den belasteten Gebieten gebaut wurde. Für die Betroffenen gibt es in Weißrussland nur eine notdürftige medizinische Versorgung für krebskranke Patienten. So sind viele weiterhin auf die Hilfe von Vereinen und Organisationen aus dem Ausland angewiesen. In diesem Jahr kommen Kinder, die in der zweiten Generation an Krebs erkrankt sind, ins Evangelische Johannesstift an der Schönwalder Alle 26.

Sie werden von ihren Eltern begleitet, die sich auch in Weißrussland ausschließlich der Pflege und Betreuung ihrer Kinder widmen und dabei kaum Unterstützung bekommen. Zudem kommen junge Erwachsene der ersten Generation Krebskranker, die bereits kurz nach dem Reaktorunglück hier behandelt wurden.

Die Kinder und jungen Erwachsenen werden medizinisch betreut und erhalten in Spandau spezielle Behandlungen. Dazu gehört, dass Prothesen überprüft und erneuert werden. Außerdem erhalten die Patienten Physiotherapie.

Das ist jedoch nur ein Teil des Aufenthaltes, denn die Gäste sollen sich auch erholen. So hat das Stift zudem ein Freizeit- und Erholungsprogramm für die Gäste organisiert. Dazu gehören neben der Erholung im Johannesstift Besuche in Museen, im Zoo und der Besuch von Sehenswürdigkeiten.

Für das Projekt, das in Deutschland einzigartig ist, weil nur hier die Eltern mit eingeladen werden, ist das Johannesstift auf Spenden angewiesen.

Weitere Informationen hierzu gibt es im Evangelischen Johannesstift unter 33 60 90.

Michael Uhde / Ud
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