Friedenspreisträger Reuven Moskovitz liest in der Stiftskirche

Der Jerusalemer Historiker Reuven Moskovitz setzt sich für ein Miteinander von Israelis und Palästinensern ein. (Foto: privat)

Hakenfelde. Dass es noch lange dauern wird, bis Israelis und Palästinenser friedlich miteinander leben, ist mit der jüngsten Gewalteskalation im Gaza-Streifen mehr als deutlich geworden. In der Stiftskirche des Johannesstifts liest am 3. Dezember der Jerusalemer Historiker Reuven Moskovitz aus seinem Buch "Der lange Weg zum Frieden. Deutschland - Israel - Palästina" vor.

Der Untertitel des Buches lautet: "Episoden aus dem Leben eines Friedensabenteurers". Moskovitz, 2003 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet, wurde 1928 in Rumänien geboren. Er überlebte den Holocaust trotz Verfolgung und Vertreibung und verhalf nach dem Krieg anderen Juden zur Flucht nach Palästina. 1947 wanderte er nach Palästina aus, wo er zum Mitbegründer des Kibbuz Misgav-Am an der libanesischen Grenze wurde. Nach dem Studium der Geschichte und der hebräischen Literatur an den Universitäten in Jerusalem und Tel Aviv arbeitete er als Geschichtslehrer.Daneben engagierte er sich in der israelischen Friedensbewegung und wurde nach dem Sechstagekrieg 1967 Sekretär der neu entstandenen Bewegung für Frieden und Sicherheit. Diese setzt sich gegen die Annexion der besetzten Gebiete und für eine sofortige Lösung des Flüchtlingsproblems, die gegenseitige Anerkennung Israels und der arabischen Staaten sowie das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung ein. 1974 verbrachte er ein Forschungsjahr in Berlin.

Als Mitbegründer einer Siedlung, in der seit 1977 Israelis und Palästinenser zusammenleben, und als Organisator von Studienreisen durch Israel bemüht sich Moskovitz seit vielen Jahren um die jüdisch-palästinensische Aussöhnung. Im Rahmen seiner Arbeit für die deutsch-israelische Versöhnung hielt er in Deutschland etliche Vorträge, um auch hier seine Botschaft zu vermitteln.

Die Lesung beginnt um 18 Uhr in der Kirche im Johannesstift an der Schönwalder Allee 26. Der Eintritt ist frei.

Michael Uhde / Ud
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