Ausstellung über Kambodscha in der Akademie der Künste zu sehen

Berlin: Akademie der Künste |

Hansaviertel. Am 17. April jährt sich zum 40. Mal der Sieg der Roten Khmer in Kambodscha. Die Akademie der Künste versucht in einer Ausstellung, die jüngste Geschichte des Landes am Mekong aufzuarbeiten.

Der Schreckensherrschaft unter Pol Pot fielen rund 1,7 Millionen Menschen zum Opfer, 21 Prozent der damaligen Bevölkerung. Es folgte ein Bürgerkrieg, der bis Ende der 90er-Jahre dauerte. Erst 2007 begann der von den Vereinten Nationen mitgetragene Kriegsverbrecherprozess. Kurator der Ausstellung ist Nico Mesterharm. Der Leiter eines Kulturzentrums in Phnom Penh hat je drei künstlerische Arbeiten von Kambodschanern und Nicht-Kambodschanern zusammengestellt, die alle einen dokumentarischen Ansatz haben.

Täglich um 17.25 Uhr wird in der Ausstellung Rithy Panhs Film "The Missing Picture" von 2013 gezeigt. Panh hat in der Zeit des Terrorregimes seine ganze Familie verloren. Sein Beitrag ist eine Collage aus Parolen der Revolutionäre, Propagandaaufnahmen und persönlichen Kindheitserinnerungen. Animierte Tonfiguren haben die Rolle von Menschen übernommen.

Neben Khvay Samnang zeigt die Schau einen Film und Fotos von Vandy Rattana. "Bombs Ponds" verweist auf die Landzerstörung und ein weiteres Trauma, über das man in Kambodscha nicht spricht. Zwischen 1969 und 1973 warfen die USA 2,7 Millionen Tonnen Bomben über Kambodscha ab, um Nachschubwege der Vietnamesen zu zerstören. Rattana zeigt idyllische Landschaften. Die Tümpel und Teiche inmitten von Reisfeldern und Palmenhainen sind in Wirklichkeit Bombentrichter. Ihr Wasser ist in der Regenzeit immer noch vergiftet. Den Werken der Kambodschaner sind Positionen des deutschen Künstlers Günther Uecker, des englischen Fotografen Tim Page und des Theaterregisseurs Ong Keng Sen aus Singapur gegenübergestellt.

Die Ausstellung "Die Roten Khmer und die Folgen" ist in der Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, bis 1. März dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr zu sehen. Eintritt: fünf, ermäßigt drei Euro.

Karen Noetzel / KEN
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