Anwohner wehren sich gegen Bauplanung

Die Anwohner Andreas Schmidt, Sigrid und Heinz-Dieter Titz sprechen sich gegen die geplante Höhe der Mehrfamilienhäuser an der Neukirchstraße aus. (Foto: BW)

Heinersdorf. Der geplante Bau eines Fleisch- und Lebensmittelgroßhandels an der Blankenburger Straße erregt zurzeit die Gemüter der Heinersdorfer. Aber das ist nicht das einzige Projekt im Ortsteil, gegen das sich Widerstand regt.

Auch gegen die vorliegende Planung für eine Bebauung der früheren Gärtnerei in der Neukirchstraße 63-66/Idunastraße 11 machen Anwohner mobil. "Wir sind ganz und gar nicht gegen die Bebauung des Geländes mit Wohnhäusern", stellt Anwohner Heinz-Dieter Titz klar. "Wir sind aber dagegen, dass so massiv und so hoch gebaut werden soll." Für die Brache entwickelten die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau und die bbg Berliner Baugenossenschaft ein städtebauliches Konzept. Die Genossenschaft plant an der Idunastraße ein kleines "Dorf". Das heißt: Es sollen einzelne und Reihenhäuser errichtet werden.Ganz anders die Gesobau. Sie möchte Mietwohnungen in voraussichtlich 16 Häusern einrichten. Aber ausgerechnet an der Neukirchstraße will sie in einer sogenannten Blockrandbebauung Mehrfamilienhäuser entstehen lassen. "Das wird eine richtige geschlossene, fünfgeschossige Front, die uns unmittelbar vor die Nase gesetzt wird", ärgert sich Heinz-Dieter Titz. Mit seiner Familie wohnt er bereits seit 1956 in einem Einfamilienhaus an der Neukirchstraße. Auch die umliegenden Häuser sind alles Ein- und Zweifamilienhäuser. "Wir haben in den zurückliegenden Jahrzehnten die Entwicklung der Gärtnerei und auch ihr Ende miterlebt", berichtet er. Dass die Fläche irgendwann wieder bebaut wird, war ihm und seinen Nachbarn schon klar. "Wir gingen aber davon aus, dass ortstypisch gebaut wird. Die Fläche könnte parzelliert werden und es könnten Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen", sagt der Anwohner. "Eine so hohe Wohnbebauung, wie sie jetzt geplant ist, passt aber ganz und gar nicht ins Bild von Heinersdorf."

Titz und die anderen Anwohner der relativ schmalen Neukirchstraße befürchten nicht nur, dass ihnen eine Wand vor die Nase gebaut wird. Auch der Verkehr wird wohl immens zunehmen, wenn um die 280 neue Wohnungen auf der Fläche entstehen. Ärgerlich finden die Anwohner auch, dass sie erst aus der Berliner Woche von diesem Wohnungsbauprojekt erfuhren. Weder das Bezirksamt, noch die Bauherren hätten die Anwohner über die Planungen informiert. Inzwischen haben sich Anwohner der etwa 25 unmittelbar betroffenen Grundstücke zu einer Initiative zusammengeschlossen. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung im Bebauungsplanverfahren für dieses Gebiet legten sie Widerspruch ein, berichtet Heinz-Dieter Titz.

"Sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung zu den Planungen zu äußern, ist der richtige Weg", sagt Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen). "Im Bebauungsplanverfahren findet dann eine Interessenabwägung statt, bei der auch der Widerspruch der Anlieger zu beachten ist." Über das Bauvorhaben und den Bebauungsplan soll nun endlich auch auf einer Bürgerveranstaltung informiert werden. Diese Veranstaltung findet am 28. Februar um 20 Uhr im Rahmen des Politikstammtisches der Zukunftswerkstatt Heinersdorf in der Alten Apotheke in der Romain-Rolland-Straße 112 statt.


Bernd Wähner / BW
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