Gegen den Bau eines Großmarktes regt sich bei Nachbarn Widerstand

Heinersdorf. Auf dem Grundstück an der Blankenburger Straße 18-28 sollen ein Fleisch- und Lebensmittelgroßhandel sowie ein Zentrallager gebaut werden. Dagegen regt sich Widerstand in der Nachbarschaft.

Das Bauvorhaben ist riesig. So riesig, dass ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan vom Bezirksamt auf den Weg gebracht werden musste. Erst wenn dieser beschlossen ist, darf das Vorhaben umgesetzt werden. Die Projektgesellschaft Kazan mbH will die Neubauten im Auftrage des Fleisch- und Nahrungsmittelgroßhändlers Hazilar GmbH und des Betreibers des Lebensmittelzentrallagers, der BOLU Lebensmittel GmbH, errichten. Die beiden Firmen sind zurzeit an der Beusselstraße in Tiergarten ansässig. In Heinersdorf möchten sie modernere und größere Hallen beziehen. Geplant ist eine Produktionshalle, in der Fleisch zerlegt und Wurst produziert wird. Dazu bedarf es auch geeigneter Kühl- und Lagerhallen. Für den An- und Abtransport sollen 44 Laderampen eingerichtet werden. Und das möglichst im 24-Stunden-Betrieb.Vor allem die Dimension erschreckt die Anlieger. Nach Stand der Planung soll der Hallenkomplex 60 Meter breit, 328 Meter lang und zwölf Meter hoch sein. Außerdem befürchten die Heinersdorfer und Blankenburger eine hohe Verkehrsbelastung, auch wenn der Projektträger derzeit von nicht mehr als 102 Lkw-Bewegungen pro Tag ausgeht.

Im Namen der Anlieger gab der Bürgerverein Zukunftswerkstatt Heinersdorf kürzlich eine Stellungnahme ab. Er machte zahlreiche Einwände geltend. Unter anderem kritisiert er die fast komplette Versieglung des Bodens auf dem Grundstück, was nach seiner Auffassung im Widerspruch zum Bodenschutzgesetz stehe. Der Verein bezweifelt außerdem, dass ein derart dimensioniertes Vorhaben im Einklang mit dem Flächennutzungsplan steht. Auch die Angaben über die Verkehrsbelastung zweifelt der Verein an - angesichts der 44 geplanten Laderampen. Des Weiteren wird gefordert, die Betriebszeit auf 6 bis 20 Uhr zu begrenzen. Resümierend stuft der Verein das Bauvorhaben in der bislang geplanten Dimension als völlig ungeeignet für das Gelände ein. Nun ist es an den Pankower Stadtplanern, die Interessen von Bürgern und Investoren abzuwägen.


Bernd Wähner / BW
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