Die ersten Anwohner besuchten umstrittenes Flüchtlingsheim

Die Unterrichtsräume im Schulgebäude werden zu kleineren Wohn- und Schlafräumen aufgeteilt. (Foto: hari)

Hellersdorf. Nach dem Tumult auf einer Infoveranstaltung für das neue Flüchtlingsheim in der Carola-Neher-Straße haben sich die Wogen inzwischen geglättet. In dem noch im Umbau befindlichen Schulgebäude können die ersten Flüchtlinge in Kürze aufgenommen werden.

Die vom Land Berlin mit dem Betreiben des neuen Asylbewerberheims beauftragte Firma ist die PeWoBe, der Professionelle Wohn- und Betreuungsgesellschaft mbH. Die PeWoBe betreut sieben der 30 Asylbewerberheime in Berlin, in denen gegenwärtig rund 6000 Menschen untergebracht sind. Das Unternehmen hat Michael Grunewald beauftragt, das Schulgebäude in Hellersdorf für die Aufnahme der ersten Asylbewerber vorzubereiten. In die früheren Klassenzimmer in der ersten Etage wurden Zwischenwände eingezogen. Sie dienen in Kürze als Schlaf- und Aufenthaltsräume. Außerdem kommen neue Sanitärbereiche hinzu. "In jedem der Unterkunftsräume werden maximal drei Personen untergebracht sein", erläutert Grunewald.

Das Heim ist zunächst als Notunterkunft angelegt, in dem maximal insgesamt 50 Flüchtlinge untergebracht werden. Als Perspektive ist ein Ausbau für insgesamt 400 Asylbewerber vorgesehen. In welchem Tempo Letzteres geschieht, darüber sind noch keine Entscheidungen bekannt. Als Eröffnungstermin hat das Landesamt für Soziales Dienstag, 23. Juli, vorgesehen. "Unser Auftrag ist, spätestens bis Ende Juli die ersten Flüchtlinge aufnehmen zu können", gab sich Grunewald jedoch eine Woche vor der Eröffnung noch zurückhaltend.

"Auf Feindseligkeit sind wir bei den Anwohnern bisher kaum gestoßen, eher auf Interesse", berichtet Grunewald weiter. Er und auch die anderen Mitarbeiter seien immer bereit, Fragen zu beantworten. Mitunter habe er während der Bauarbeiten Anwohner in dem Haus herumgeführt.

Das Parterre der ehemaligen Schule wird der Heimverwaltung vorbehalten sein. Zur Betreuung des Hauses stehen ein Heimleiter, ein Hausmeister sowie Sachbearbeiter und Sozialarbeiter zur Verfügung. "Der Heimleiter wird auch erster Ansprechpartner sein, wenn Anwohner Probleme haben oder sehen", erklärt Grunewald. Für Ordnung und Sicherheit in und an dem Gebäude sorgt rund um die Uhr eine von der PeWoGe engagierte Sicherheitsfirma. Wegen des Aufsehens um die Einrichtung des Heims schickt der zuständige Polizeiabschnitt 63 öfter als gewöhnlich Streifen vorbei.


Harald Ritter / hari
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