25. Todestag von Tierpark-Gründer Curt Heinrich Dathe

Die Schauspielerin Angelika Mann (rechts) legte eine Rose für den Zoologen nieder, der auch im Fernsehen und im Radio zu unterhalten wusste. (Foto: Wrobel)
Berlin: Evangelischer Friedhof Karlshorst |

Friedrichsfelde. Bis heute gilt der Zoologe und ehemalige Direktor des Tierparks Berlin, Curt Heinrich Dathe (1910-1991), als Visionär. Am 6. Januar jährte sich sein 25. Todestag.

Zum verschneiten Ehrengrab vom Zoologen und Tierpark-Gründer Curt Heinrich Dathe kamen nicht nur viele Freunde und ehemalige Tierpark-Mitarbeiter. Am Gedenken auf dem Evangelischen Friedhof Karlshorst nahmen auch die Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD), der Innensenator Frank Henkel (CDU) und der Tierpark-Direktor Andreas Knieriem teil. Sie legten an der 2010 zum Ehrengrab ernannten Ruhestätte Kränze und Blumen nieder.

"Curt Heinrich Dathe war eine Person, die untrennbar mit der Entstehung des Tierparks verbunden ist", sagte Innensenator Henkel in seiner Rede. Dathe und seinen Mitarbeitern sei es gelungen, den Tierpark zu einem echten Anziehungspunkt zu entwickeln.

Seine Lebensaufgabe fand der Zoologe im Aufbau des Tierparks als größter Landschaftszoo Europas, den er seit 1954 betrieben hatte. Das gelang ihm auch durch Tier-Einkäufe, die mit Spenden aus der Bevölkerung und von Betrieben der DDR ermöglicht wurden.

Höhen und Tiefen

Am 2. Juli 1955, dem Eröffnungstag des Tierparks, konnten rund 400 Tiere besichtigt werden – heute sind es etwa 7250. Zu den Attraktionen in den Anfangsjahren zählten vor allem die Bärenanlagen und damit auch das Bärenschaufenster, das 1958 eröffnet wurde. Ein weiteres Highlight war die Eröffnung des Alfred-Brehm-Hauses, das nicht nur über seine Architektur stilprägend war, sondern mit der Tropenhalle und den Innenkäfigen für Großkatzen schnell zu einem Besuchermagneten avancierte.

Heute jedoch ist vieles, was einst als hochmodern galt, nicht mehr zeitgemäß. Auf den 160 Hektar fügte sich die Zooarchitektur mit den nach Tierarten gegliederten Tierhäusern, Gitterkäfigen und Freigehegen in eine kaum zu begehende Parkanlage. Über die Jahre blieben Besucherströme aus, auch weil der Tierpark nicht mehr als attraktives Ausflugsziel galt. Oft war von einer Schließung die Rede. Die wurde erstmals zu dem Zeitpunkt geführt, nachdem Heinrich Dathe 1990 seinen Posten räumen musste. Viele alte Wegbegleiter Dathes kritisierten, dass ihm für eine Übergabe nur wenige Tage Zeit blieben und dieser Abgang seiner Lebensleistung nicht würdig war. Der Einigungsvertrag ließ jedoch eine Übernahme von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes über 60 Jahren nicht zu.

Heute scheint der Tierpark wieder eine Zukunft zu haben. "Ich bin froh, dass auch die Politik die Bedeutung des Areals erkannt hat", sagte Henkel. Jüngst hat das Abgeordnetenhaus den Plänen von Tierpark-Direktor Andreas Knieriem zur Weiterentwicklung des Tierparks zugestimmt und ein Finanzpaket von 18 Millionen Euro geschnürt. Knieriem will den Landschaftstierpark zu einer zeitgemäßen Attraktion umgestalten, ohne die einstige Vision Dathes zu zerstören. Henkel: "Das Andenken von Curt Heinrich Dathe werden wir in Anerkennung dessen bewahren, was er für Berlin geschaffen hat." KW
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