Ältester Einwohner des Bezirks starb mit 108 Jahren

Erich Walde zeigte gern die 1982 selbst gepflanzten Bäume vor seinem Fenster. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Über 30 Jahre war der Müggelschlößchenweg 46 die Adresse von Erich Walde. Jetzt starb der derzeit älteste Einwohner des Bezirks mit 108 Jahren. Am 1. Juli hatte Bürgermeister Oliver Igel (SPD) dem Senior noch zu seinem 108. Geburtstag gratuliert.

"Er war redegewandt und geistig aktiv und erzählte, wie eine Apothekerin seine Blutdrucksenker nicht herausgeben wollte, weil das Geburtsjahr auf dem Rezept nur zweistellig mit "05" angegeben war und sie das Medikament für einen Siebenjährigen nicht geeignet fand", erzählt Igel.Dabei hat der Senior viel erlebt. Erich Walde lebte in fünf gesellschaftlichen Epochen. Als er am 1. Juli 1905 geboren wurde, war das Köpenicker Rathaus gerade fertig geworden, in Deutschland regierte Kaiser Wilhelm II. Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 erlebte er schon als junger Mann, seinen Kriegseinsatz büßte er mehrere Jahre im sibirischen Lager. Mit 44 Jahren erlebte er die Gründung der DDR, wenige Monate nach seinem 84. Geburtstag ging sie wieder unter und wurde für einen so alten Menschen zur Fußnote der Geschichte.

Da lebte er schon seit 1982 im Seniorenheim am Müggelschlößchenweg. Erich Walde gehörte zu den ersten Bewohnern, aus seinem Fenster zeigte er Besuchern gern die Bäume, die er kurz nach dem Einzug selbst gepflanzt hatte.

Wie die Familie mitteilte, ist Erich Walde am 5. August gestorben. Die Berliner Woche hatte ihn in den vergangenen Jahren mehrmals zum Geburtstag besucht und erinnert sich gern und mit Hochachtung an ihn.


Ralf Drescher / RD
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