Container an Müllstandorten in den Wohngebieten abgebaut

Treptow-Köpenick. Bisher wurde Gurkengläser und Weinflaschen über Glastonnen an den Müllstandorten der Wohnungsunternehmen entsorgt. Seit Anfang Dezember ist damit Schluss, die Container sind weg.

Fast überall im Südosten Berlins von Bohnsdorf und Altglienicke über Köpenick bis nach Lichtenberg ist das der Fall. "Auch bei uns stehen keine Container im Wohngebiet mehr, wir müssen jetzt 400 Meter bis zum Glaspilz am Straßenrand laufen. Hier wohnen viele alte Menschen, die ihre leeren Flaschen jetzt wohl in den Hausmüll werfen", ärgert sich unser Leser Joachim Zihang aus der Otto-Franke-Straße in Adlershof. Ähnliche Nachrichten aus dem Allende-Viertel. "Seit die Tonnen weg sind, stellen einige Anwohner ihre Flaschen einfach neben die Mülltonnen", berichtet Leser Eberhard Aurich.

Veranlasst wurde der Einzug der Container vom Dualen System Deutschland, das die Sammlung von Wertstoffen koordiniert. Grund: ungenügende Sortentrennung. Über Depotcontainer im öffentlichen Straßenland werden drei Farben - Weiß, Grün und Braun -, in den Wohngebieten nur Grün und Weiß gesammelt. Vom Dualen System beauftragte Recyclingunternehmen hatten die sinkende Qualität des Glases moniert, weil die braunen Flaschen mit in die grüne Tonne wanderten.

Im Umfeld von 300 Metern von einem Sammelstandort am Straßenrand dürfen nun keine Haushaltssammelcontainer mehr stehen. Nur wo diese Entfernung deutlich überschritten wird, bleiben die Container stehen. In einem Schreiben, dass vom Dualen System zur Information an Wohnungsunternehmen verschickt wurde, wird die neue Regelung als unverzichtbar bezeichnet. Die Vermieter werden aufgefordert, bei Mietern und Pächtern um Verständnis zu werben.

Vorerst ist der Abbau auf den Südosten Berlins beschränkt und bis 2015 befristet. "Ein Gutachter soll dann feststellen, ob die Sammlung über die Container im öffentlichen Straßenland zu einer verbesserten Qualität des Altglases führt", teilt Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt mit. Was passiert, wenn die Sammelquote jetzt in den Keller rutscht und Gläser und Flaschen im Müll landen, konnte sie nicht sagen.


Ralf Drescher / RD
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