Gregor Gysi will sich auch um Probleme im Bezirk kümmern

Gregor Gysi in seinem Wahlkreisbüro in Niederschöneweide. (Foto: Ralf Drescher)

Niederschöneweide. Ein Ladenlokal an der Brückenstraße, an der Fensterscheibe ein überlebensgroßes Porträt von Gregor Gysi. Hier hat der Linken-Politiker sein Wahlkreisbüro und lädt regelmäßig zum Bürgergespräch.

Er ist im September gerade zum sechsten Mal in den Bundestag gewählt worden. "Und zwar drei Mal über die Landesliste der Partei und drei Mal als Direktkandidat in Treptow-Köpenick", wie er sogleich erklärt. "Treptow-Köpenick ist ein spannender Bezirk. Man muss als Bundestagsabgeordneter hier präsent sein, sonst verliert man schnell", erklärt Gysi. Früher war er für den Wahlkreis Hellersdorf zuständig. "Da gibt es weniger soziale Unterschiede. Hier in Treptow-Köpenick haben wir Arme, eine Mittelschicht und auch einige ganz Reiche, mit allen Widersprüchen, die das auslöst. Und die Leute im Südosten Berlins haben ein ganz eigenes Kiezgefühl", stellt Gysi fest.

Berührungsängste hat er keine. So kennt er Matthias Schmidt von der SPD, der über die Landesliste seiner Partei und über ein Ausgleichsmandat ebenfalls im Bundestag gelandet ist, bereits von Wahlkampfauftritten. Dort wurden Themen wie der Flughafen in Schönefeld oder der geplante und von der Bahn auf den Sankt-Nimmerleinstag verschobene Bau des Bahnhofs Köpenick meist ähnlich beantwortet. "Ich hoffe deshalb, dass ich mit Schmidt in diesen Fragen eng zusammenarbeiten kann und wir diese Probleme vielleicht gemeinsam lösen können. Für manche Fragen ist es sicher ein Vorteil, wenn man in der Opposition ist, für andere, einer Regierungspartei anzugehören", meint Gregor Gysi.

Auch wenn Gysi als Fraktionsvorsitzender seiner Partei zahlreiche nationale und internationale "Baustellen" bearbeitet, will er sich auf jeden Fall um ausgewählte Probleme vor Ort kümmern. Neben dem bereits erwähnten Flughafen und dem Regionalbahnhof ist das unter anderem das Schicksal des Müggelturms. Und selbst für den Köpenicker Ratskeller, in den er gerne einkehrt, möchte er sich einsetzen. "Wenn der Wirt für einen neuen Mietvertrag meine Unterstützung braucht, werde ich helfen", verspricht Gysi.

Vielleicht kann er das demnächst ja mit Bürgermeister Oliver Igel besprechen. Bei Veranstaltungen haben sich beide bereits getroffen und miteinander gesprochen. "Ich hoffe, wir werden gut miteinander auskommen", meint Gysi

Gregor Gysi (65) ist ausgebildeter Rinderzüchter und Jurist, er betreibt neben seiner Bundestagstätigkeit eine Anwaltskanzlei in der Fasanenstraße. Gysi ist seit Kurzem zum zweiten Mal geschieden und hat drei Kinder. Er lebt in Pankow, sein Wahlkreisbüro befindet sich in der Brückenstraße 28 in der Nähe des Bahnhofs Schöneweide.


Ralf Drescher / RD
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