Ausstellung für Johann Trollmann geplant

Kreuzberg. Zur Erinnerung an den Boxer Johann Trollmann soll es im Sommer eine Ausstellung in der ehemaligen Bockbierbrauerei in der Fidicinstraße 3 geben.

Das fordert ein Antrag der SPD-Fraktion. Trollmann hatte dort am 9. Juni 1933 die deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht gewonnen. Der Titel wurde ihm allerdings kurz darauf von den NS-Machthabern wegen seiner Herkunft als Sinto wieder aberkannt. Bei seinem nächsten Kampf einige Wochen später an derselben Stelle reagierte der Boxer mit einer mutigen Provokation. Er schminkte Gesicht und Körper weiß und persiflierte damit den Arierwahn der Nazis. Nach Johann Trollmann, der 1944 im Konzentrationslager umgebracht wurde, heißt seit 2011 das Boxcamp in der Bergmannstraße. Mit einer Ausstellung 80 Jahre nach diesen Ereignissen soll seine Biografie vor allem auch vielen Jugendlichen nahe gebracht werden.

Allerdings ist fraglich, ob sich das Projekt bis dahin noch realisieren lässt. Auch wenn möglicherweise auf bereits vorhandenes Material aus dem Stadtarchiv in Hannover zurückgegriffen werden kann. Eventuell wird die Schau deshalb erst einige Monate später gezeigt.

Auf jeden Fall sollte es aber im Sommer eine Vorstellung des Films "Gipsy" über das Leben von Johann Trollman geben, so der Beschluss im Kulturausschuss. Der Film feierte im Januar seine Kinopremiere.


Thomas Frey / tf
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