Unklare Situation an der Ohlauer Straße

Kreuzberg. Der Bezirk hat ein Flüchtlingsproblem. Nicht nur am Oranienplatz, sondern auch in der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule an der Ohlauer Straße.

In der Nacht vom 13. zum 14. November gerieten in der Turnhalle mehrere Männer in Streit. Ein 20-Jähriger wurde mit zwei Messerstichen verletzt und kam ins Krankenhaus. Eine Einsatzhundertschaft der Polizei sperrte danach das Gelände und durchsuchte das Gebäude. Sie fand aber weder die Täter noch die Tatwaffe. Die gewaltsame Auseinandersetzung rückt die Verhältnisse in der Ohlauer Straße einmal mehr in den Fokus.

Nach Angaben des Bezirks leben dort etwa 200, nach anderen Zahlen sogar bis zu 400 Menschen. Einen wirklichen Überblick scheint niemand zu haben. Auch nicht über ihren unterschiedlichen Status. Legale und illegale Flüchtlinge befinden sich darunter, eine Roma-Familie mit rund einem Dutzend Mitglieder, Unterstützer. Manche tauchen sporadisch auf, andere leben seit Monaten mehr oder weniger ständig dort. Es gibt nur wenige funktionierende Toiletten und Duschen.

Dass die Schule seit inzwischen fast einem Jahr als Flüchtlingsunterkunft dient, war eigentlich nicht geplant. Im Dezember 2012 hatten vor allem Unterstützer aus dem Umfeld des Camps am Oranienplatz das Gebäude besetzt. Der Bezirk duldete das zunächst, wollte die Besetzung aber nur bis zum Ende des Winters erlauben. Von Anfang an war klar, dass das aber nur schwer durchzusetzen ist. Zumal eine Räumung durch die Polizei von vornherein ausgeschlossen wurde.

Vorgesehen ist eigentlich, in der Schule eine Projektehaus einzurichten. Verschiedene Initiativen sollen dort günstige Räume bekommen. Auch Aktivitäten mit und für Flüchtlinge sind in diesem Rahmen vorgesehen. Allerdings nicht im gesamten Haus. Derzeit liegen diese Pläne auf Eis.

Er sei regelmäßig in Kontakt mit den Bewohnern und ihren Unterstützern, kontert Baustadtrat Hans Panhoff (B 90/Grüne) Vorwürfe, der Bezirk kümmere sich dort nicht. Allerdings sei die Kommunikation schwierig, immer wieder werde er mit neuen Gesprächspartnern konfrontiert. Das Ziel sei weiter, die Menschen dort zum Auszug zu bewegen.


Thomas Frey / tf
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