Oscar-Verleihung: Synchron-Studios fiebern mit

Im High End Kinomischatelier, eine der größten in Deutschland, wird die Mischung von "Dallas Buyers Club" durchgeführt. (Foto: Berliner Synchron)

Lankwitz. Wieder einmal ist ein Oscar verdächtiger Hollywood-Streifen in den Studios der Berliner Synchron am Standort Lankwitz synchronisiert worden. Der Film "Dallas Buyers Club" läuft gerade in den Kinos an.

Das Filmdrama, das auf der Lebensgeschichte des Aids-Patienten Ron Woodroof basiert, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Hauptdarsteller Matthew McConaughey als Ron Woodroof und Jared Leto als aidskranker Transvestit erhielten den Golden Globe und die Goldene Kamera.

Nun hofft das Studio, dass die beiden auch am 2. März für ihre Darstellung in "Dallas Buyers Club" bei der Oscar-Verleihung nicht leer ausgehen. Immerhin haben seit 1949 einige in Lankwitz synchronisierte Filme die Oscars abgeräumt.

Eineinhalb Monate dauerte die gesamte Synchron-Produktion in den Lankwitzer Studios. Zwei Wochen lang arbeiteten von morgens bis abends die Sprecher in der Mühlenstraße. "Es war eine sehr schöne Produktion für einen tollen Film", sagt Jens Krüger, der als Projektmanager für die reibungslosen technischen Abläufe sorgte. "Alle Sprecher haben ihr Herzblut in diese Produktion gesteckt." Weil das Thema hochdramatisch ist, sei es mitunter sehr emotional zugegangen. "Teilweise sind auch Tränen geflossen", erzählt Krüger.

Als Sprecher der Hauptrollen stand Schauspieler Benjamin Völz, Feststimme von McConaughey, und Jaron Löwenberg als Stimme von Jared Leto am Mikrofon. Wobei Letzterer zusätzlich gecastet werden musste. "Die Rolle des aidskranken Transvestiten ist sehr schwierig zu sprechen. Deshalb musste auch eine spezielle Stimme gefunden werden", erklärt Krüger.

Ungewöhnlich aufwendig war auch die Arbeit für Beate Gerlach. Die Autorin und Regisseurin für die Synchronisation musste im Vorfeld viel recherchieren, zum Beispiel über die Medikamente von damals und deren richtige Aussprache.

Wie viele Filme noch in Lankwitz synchronisiert werden, vermag Nicole Müller, Leiterin Marketing und Kommunikation, nicht zu sagen. Fest stehe aber, dass es bis zum Wegzug des Unternehmens noch etliche Produktionen in den Studios in der Mühlenstraße geben wird.

Die Berliner Synchron hat das Firmengelände in Lankwitz zwar verkauft und schaut sich nach einem neuen Standort um. Der Mietvertrag mit dem neuen Eigentümer, der wie berichtet auf dem Gelände Wohnungen errichten will, läuft jedoch noch mehrere Jahre und kann optional verlängert werden. "Unser Unternehmen hat wegen seiner hervorragenden Synchronarbeit und der hochmodernen technischen Ausstattung weltweit einen guten Ruf und unsere Auftragsbücher sind voll", so Nicole Müller.


Karla Menge / KM
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