Thomas-Mann-Schule landet auf dem ersten Platz

Die Mädchen der Thomas-Mann-Oberschule im gelb-schwarzen Trikot scheuten auf dem Sportplatz in Wedding keinen Zweikampf. (Foto: Michael Nittel)

Märkisches Viertel. Zehn Mädchen der Thomas-Mann-Oberschule haben beim diesjährigen Abschlussturnier des Projekts "Kieze kicken!" am 27. Mai auf dem Sportplatz der Schule am Schillerpark in Wedding den ersten Platz belegt. Insgesamt hatten zehn Teams aus verschiedenen Kiezen an dem Projekt teilgenommen.

"Die Mädchen haben unheimlich viel Freude, an solchen Turnieren. Und ich denke, dass es von solchen Projekten ohnehin nie genug geben kann", sagt Sven Hömann. Der 31-jährige Reinickendorfer ist Sportlehrer an der Thomas-Mann-Oberschule. Er betreut die Mädchenfußball-AG, die im Rahmen des Projektes "Kieze kicken!" 2010 ins Leben gerufen worden war. Damals hatte es die gemeinnützige Initiative "Teach First Deutschland" initiiert. Sie setzt sich für Chancengerechtigkeit ein und fördert die Schulbildung von weniger privilegierten Kindern und Jugendlichen. Das Projekt "Kieze kicken!" soll jahrgangs-, kiez- und schulübergreifend, Mädchen von zwölf bis 17 Jahren mit unterschiedlichem sozialem, familiärem und kulturellem Hintergrund zusammenbringen. So trafen sich die Fußball-AGs monatlich zu den Spielen der "Kieze kicken!"-Liga. Die Idee: durch die Fußballspiele sollen Freundschaften entstehen und Vorurteile abgebaut werden.

Denn besucht oder arbeitet man an einer Schule im Märkischen Viertel, so weiß man, dass es dann immer Vorbehalte gibt: sozialer Brennpunkt wäre so ein Schlagwort. Sven Hömann erhebt aber Einspruch: "Auch im Märkischen Viertel, das nach außen hin immer so negativ dargestellt wird, gibt es viele Schüler mit unglaublich viel Potenzial."

Entsprechend verhält es sich mit den Mädchen der Fußball-AG: Als eine Lehrerin für längere Zeit ausfiel, waren die Mädchen gezwungen, sich über ein halbes Jahr lang selbst zu organisieren und eigenständig an den Spielen im Rahmen des Projektes teilzunehmen. Das gelang vortrefflich. "Die Mädchen sind sehr engagiert und selbstständig", sagt Hömann und freut sich. Allerdings würde er sich auch über eine noch größere Resonanz auf die Fußball-AG freuen - auch, weil der Sport stets ein guter Anknüpfungspunkt sei, um den Jugendlichen Werte wie Gemeinschaftssinn, Fairplay, Zusammengehörigkeit, Teamfähigkeit und Respekt zu vermitteln. Hömann: "Meiner Meinung nach könnte und müsste es in Berlin viel mehr von solchen Initiativen und Projekten geben. Was die Veranstalter, aber auch die Schülerinnen hier aufgebaut haben, ist beeindruckend."


Michael Nittel / min
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