CDU-Fraktion in der BVV fordert unverzüglichen Planungsbeginn

Marienfelde. Die CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) bringt in die Sitzung am 16. Januar einen Antrag mit dem Titel "Barrierefreien Zugang zum S-Bahnhof Marienfelde schaffen" ein.

Damit springen die Christdemokraten auf den Zug ihres Bundestagsabgeordneten Jan-Marco Luczak aus Lichtenrade. Wie die Berliner Woche Ende 2012 berichtete, hatte sich Luczak bei der S-Bahn Berlin GmbH beziehungsweise direkt bei Geschäftsführer Peter Buchner beschwert und einen "behindertengerechten und mütterfreundlichen Zugang zum S-Bahnhof Marienfelde" gefordert. Schließlich gibt es dort weder einen Aufzug noch eine Rolltreppe. Ältere, Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen können die knapp 60 Stufen ohne fremde Hilfe kaum oder gar nicht bewältigen. Buchner hatte daraufhin mitgeteilt, dass die Fahrgäste damit voraussichtlich noch bis zum Ausbau der Dresdner Bahn, mit dem er etwa 2017/2018 rechnet, leben müssten. Dann nämlich soll der Bahnhof Marienfelde (S2) abgerissen und etwas versetzt an anderer Stelle ein völlig neuer Bahnhof gebaut werden - mit einem Personentunnel mit zwei Aufzügen zum Bahnsteig. Mit seinem Zeitplan könnte sich Buchner jedoch auch verrechnen: Das Planfeststellungsverfahren für die Dresdner Bahn ist nämlich überhaupt noch nicht abgeschlossen und das Ende nicht absehbar. Schließlich wurde die Planfeststellung in den vergangenen Jahren schon einige Male verschoben.

"Mindestens zehn Jahre"

Zudem droht die Lichtenrader Bürgerinitiative Dresdner Bahn nach wie vor mit Klage, sollte die Schienentrasse ebenerdig, wie von der Bahn favorisiert, statt im Tunnel durch Lichtenrade, wie von der BI gefordert, verlegt werden. Der Abgeordnete Luczak meint, dass das noch "mindestens zehn Jahre" dauern werde. So lange wollen die CDU-Bezirksverordneten nicht warten. Findet ihr Antrag eine Mehrheit, ist das Bezirksamt aufgefordert, sich bei den zuständigen Senatsverwaltungen und der S-Bahn dafür einzusetzen, "dass mit den Planungen und dem Bau eines barrierefreien Zugangs zum S-Bahnhof Marienfelde unverzüglich begonnen wird". Ob sich S-Bahn oder Senat davon beeindrucken lassen, bleibt allen Erfahrungen zufolge aber fraglich.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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