Immobilienbesitzer unterstützen Kleingärtner

Marienfelde. Nach den um ihre Schollen bangenden Laubenpiepern machen jetzt auch die Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer aus der Umgebung mobil. Sie organisieren sich gegen das an der Säntisstraße geplante Logistikzentrum.

In ihrem schon seit rund drei Jahren andauernden und von Andreas Schwager angeführten Widerstand werden die noch auf Eisenbahnlandwirtschaftsgelände siedelnden Kleingärtner sowie die direkt betroffenen Marienfelder Nachbarn jetzt von dem Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein Berlin Lichtenrade unterstützt. Bei diesem handelt es sich um den größte Grund- und Immobilieneigentümerverein in Berlin, er vertritt über 3000 Mitglieder - nicht nur in Tempelhof. Auch dem Verein im Nachbarortsteil schwant mittlerweile angesichts des voraussichtlich zunehmenden Verkehrsaukommens für den gesamten Süden des Bezirks nichts Gutes. Hintergrund: "Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat für die Grundstücke der Kleingartenkolonie an der Säntisstraße in Marienfelde Bauvorbescheide für ein Logistikzentrum erteilt. Demnach sind zukünftig zusätzlich rund 30 000 Lkw-Fahrten pro Jahr im Bereich Richard-Tauber-Damm und Säntisstraße zu erwarten", heißt es in einer Pressemitteilung der Haus- und Grundstückseigentümer. Um sich gegen das auf einem Nachbargrundstück an der Säntisstraße teilweise schon im Bau befindliche Logistikzentrum zu wehren, wollen neben den über 200 betroffenen Kleingärtnern, die ihre Parzellen räumen sollen, nun auch die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke und Wohnungen den Widerstand organisieren. "Es kann nicht sein, dass wir überall versuchen, Lärm- und Umweltbelastungen zu reduzieren, uns dann aber ohne Not 30 000 zusätzliche Lkw-Fahrten ins Stadtgebiet holen", so der Vereinsvorsitzende Frank Behrend. Ob das teilweise schon genehmigte Logistikzentrum noch verhindert werden kann, ist nach wie vor offen. Die Zitterpartie, vor allem bei den Laubenpiepern, geht also weiter.

Nun sollen alle Betroffenen und Interessierten über das umstrittene Bauvorhaben informiert werden. Bei dem Widerstand gegen das voller ungeklärter Fragen, zum Beispiel bezüglich des Lärmschutzes, strotzende Projekt geht es hauptsächlich um die Lebensqualität der Anwohner, um die die Umgebung bedrohenden Auswirkungen sowie um die mögliche Koordination erster gemeinsamer Gegenmaßnahmen. Zu diesem Zweck lädt der Verein am 14. Februar um 19 Uhr zu einer Veranstaltung in die Kirchengemeinde Mariendorf Süd, Mariendorfer Damm 342, ein.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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