An- und Abflüge vom Flughafen BER können auch über den Bezirk erfolgen

Marzahn-Hellersdorf. Vom künftigen Flughafen BBI in Schönfeld werden doch Flugzeuge über Kaulsdorf und Mahlsdorf fliegen. Das geht aus einer Karte der geplanten Flugrouten hervor, die von der Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI) veröffentlicht wurden.

"Es werden wesentlich mehr Menschen von dem Fluglärm betroffen sein, als bisher bekannt war", sagt Joachim Quast von der FBI. Die neue Lage ergibt sich aus den Vorgaben für Einzelfallregelungen. Wenn der Wind oder die Witterungslage es erfordern, können die Piloten von den vorgegebenen Routen in einem Korridor abweichen, der auch weite Teile des Siedlungsgebietes des Bezirks umfasst. Nach dem Bekanntwerden der neuen Informationen durch die FBI hat sich der Kaulsdorfer SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier an die Deutsche Flugsicherung um Auskunft gewandt. "Schon heute fliegen Flugzeuge direkt über Kaulsdorf und Kaulsdorf-Nord von und nach Tegel", sagt Kohlmeier.

Auch diese Tatsache versucht die Flugsicherung herunterzuspielen. Es seien nicht mehr Tegel-Flüge über Kaulsdorf genehmigt worden, nur um andere Berliner Gebiete zu entlasten, lautete die Antwort auf die Anfrage von Kohlmeier. Die Zahl der Überflüge über Kaulsdorf ergebe sich aus der Gesamtmenge der Flüge, schreibt die Flugsicherung weiter. Aber genau die Gesamtzahl der Flüge von und nach Tegel ist nach der Schließung von Tempelhof gestiegen.

Mit entsprechendem Misstrauen sind die Angaben der Flugsicherung in Bezug auf Schönefeld zu genießen. Es wird zwar betont, dass grundsätzlich keine An- oder Abflüge über die betreffenden Stadtteile erfolgen werden. Losgelöst von den konkreten Bedingungen könne man aber nicht zusagen, dass vom BBI keine Flugzeuge Kaulsdorf oder Mahlsdorf überfliegen. Es sei nicht prognostizierbar, wie oft die Einzelfallregelungen greifen und wie hoch oder tief die Flugzeuge dann fliegen werden

"Die Menschen sollten sich interessieren und rühren, bevor der Flugbetrieb beginnt", sagt Quast. Bisher hätten nur weniger Bürger aus dem Bezirk die Aktionen der FBI unterstützt.

Die Initiative ist unter 95 99 83 51 oder per E-Mail an fbi.berlin@googlemail.com zu erreichen.

Harald Ritter / hari
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