AWO-Projekt fördert Roma-Kinder

Heike Schwarz gibt Roma-Kindern in der Falken-Grundschule Förderunterricht. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Zahl der Roma im Bezirk wächst. Ein Projekt der AWO will durch Bildung die Integration fördern. Das Bezirksamt geht davon aus, das bis zu 1500 Roma am östlichen Stadtrand leben. Sie kommen meist aus Polen, Rumänien oder Bulgarien.

"Ungefähr vier Fünftel der Roma leben in Marzahn und ein Fünftel in Hellersdorf", sagt Sufian Weise. Der gebürtige Äthiopier leitet ein neues Projekt der AWO zur Integration der Roma. Es wird von der Aktion Mensch gefördert. Die Finanzierung ist zunächst für drei Jahre gesichert.Weise lebt seit den 80er-Jahren in Deutschland. Er ist einer von drei Mitarbeitern in dem Projekt und leitet es. "Wir gehen in die Schulen und die Jugendeinrichtungen", erläutert Weise. Die Integration der Roma könne nur über Bildung gelingen, davon ist er überzeugt. Und Kinder und Jugendliche seien am ehesten offen, sagt er. Auf diesem Weg könne man mit der Zeit auch die Familien erreichen.

Diese Strategie hält auch Heike Schwarz für Erfolg versprechend. Die gelernte Krankenschwester ist einer der festen Mitarbeiter in dem Projekt. Vor drei Jahren, nachdem die ersten größeren Roma-Gruppen ankamen, entwickelte sie ein Konzept zur Förderung der Roma-Kinder. Damit wandte sie sich an Grundschulen in Marzahn-NordWest. Inzwischen gibt sie Roma-Kindern und anderen Migranten-Kindern unter anderem in der Falken-Grundschule Förderunterricht. Über Gespräche zur Einschulung habe sie auch Kontakt mit den Eltern bekommen, in der Regel mit den Müttern.

"Es geht damit los, Grundbegriffe der deutschen Sprache zu erlernen und einfache Fertigkeiten zu entwickeln", erläutert Schwarz. "Die Kinder haben nie eine Kita gesehen, niemand hat ihnen beigebracht, wie man einen Stift hält." Die Kinder seien meist sehr lernwillig und die Eltern unterstützen das, sobald die erste Scheu überwunden sei, sagt Schwarz weiter. Er kümmert sich im Rahmen des Projekts um weitere Unterstützung aus der Bevölkerung und hofft, in den kommenden Monaten auch Ehrenamtliche für das Projekt zu begeistern.

Kontakt zum Projekt: AWO-Stadtteilzentrum, Kastanienallee 53, unter 993 90 79.

Harald Ritter / hari
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