Günter Krummheuer erklärt exotische Zutaten

Günter Krummheuer atmet den süßen Duft der Anis-Ysop ein. Er weiß, wie man mit ihren leckere Speisen zubereitet. (Foto: hari)

Marzahn. Günter Krummheuer züchtet unter anderem in den Hochbeeten im Kiezpark der Wohnungsgenossenschaft Fortuna exotische Kräuter. In dem zum Park gehörigen Pavillon zeigt er auch, wie man die Pflanzen für köstliche Gerichte nutzt.

"Das ist eine mexikanische Tagetes. Mit den Blättern kann man Salate und Süßspeisen würzen", sagt Günter Krummheuer (80) und zupft an dem Stiel einer etwa einen halben Meter hoch gewachsenen Pflanze. Die Tagetes wird in Mexiko bis zu fünf Meter hoch. Es ist kaum zu glauben, dass sie der gleichen Pflanzengattung angehören wie unsere Studentenblumen. Aber Krummheuer hat sich schon einem scheinbar blütenlosen Busch mit gedrungenen Blättern zugewandt. Die Pflanze heißt Quillquina und stammt aus Südamerika. Sie gedeiht besonders im bolivianischen Hochland und wird dort als alltägliches Würzkraut verwendet, ähnlich wie in Deutschland Dill.

Krummheuer wollte immer Gärtner werden. Beruflich wurde daraus nichts. Erst als Mittvierziger begann er, Kräuter anzupflanzen und auf Märkten in Ost-Berlin zu verkaufen. Nach der Wende stellte er Kräutergärten für Bundesgartenschauen in Potsdam und Rostock zusammen.

Seit Jahrzehnten probiert er nicht nur immer wieder Rezepte für Gerichte aus exotischen Kräutern und anderen Pflanzen aus. Er gibt seine Erfahrungen, Rezepte und Kochtipps auch gern weiter. "Man muss die Menschen auch mit den Möglichkeiten der Zutaten bekannt machen", sagt er.

Auf den Hochbeeten im Garten des Kiezparks der Wohnungsgenossenschaft Fortuna in der Sitzendorfer Straße/Ecke Schwarzburger Straße hat Krummheuer rund 200 Sorten eingesät oder gepflanzt. Zu Hause, in seiner Wohnung und auf dem Balkon, hat er ungefähr die doppelte Anzahl.

Der Kiezpark wurde von der Wohnungsgenossenschaft unter Beteiligung der Anwohner angelegt und im vergangenen Jahr eröffnet. Die Grünanlage ähnelt dem gerade neu entstehenden Bürgergarten "Helle Oase" in Helle Mitte. Der Kiezpark ist ein Beispiel für die gelungene Nutzung einer Brache durch Anwohner. Er bringt ein Stück Grün in die Großsiedlung. Mit einem Pavillon, einer Pergola, einem künstlichem Bachlauf und vielem mehr lockt er zum Verweilen ein.

Krummheuer betreut auch den Kräutergarten im Garten der Begegnung in der Ludwig-Renn-Straße und bietet Kräuterführungen in den Gärten der Welt an. Zudem zeigt er im Pavillon des Kiezparks und im benachbarten Senioren-Klub der Wohnungsgenossenschaft in der Sitzendorfer Straße 1 wie man mit den Kräutern in der Küche schmackhafte Gerichte zubereiten kann.

Kontakt zu Günter Krummheuer über den Seniorenclub unter 25 58 55 40.

Harald Ritter / hari
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